Kirchliche Vereine in Ebnath bieten tiefgehenden Vortragsabend zum Thema "Gender - Mainstream"
Definition: Geschlecht

Pfarrgemeinderatssprecher Hans Enders (rechts) dankt dem Referenten Harald Scharf. Bild: soj
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Ebnath
27.10.2016
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Die kirchlichen Vereine hatten zu einem Vortragsabend zum Thema "Gender - Mainstream" in den großen Saal des Pfarrgemeindehauses eingeladen. Pfarrgemeinderatssprecher Hans Enders konnte neben dem Referenten Monsignore Domvikar Harald Scharf, der in seiner Heimatpfarrei ein gerngesehener Gast ist, auch Pfarrer Pater Anish George willkommen heißen.

Dieser stellte das biologische und soziale Geschlecht in den Mittelpunkt seines Vortrags. Heute würde wieder über Geschlechterrollen lautstark diskutiert. "Sind die Geschlechter von Mann und Frau allein über die biologische Ausstattung festgelegt oder auch durch das kulturelle Umfeld, durch Erziehung und Sozialisation erst gebildet worden?", diese Frage versuchte der Referent in zu beantworten. Dabei müssen Biologie und Umwelt längst nicht mehr als Gegensätze gelten; viel eher sind vielfältige Verwobenheiten zu erkennen.

Nicht nur Geschlecht zählt


Es sei offensichtlich, dass zu Weiblichkeit und Männlichkeit mehr gehöre, als biologische Merkmale. Der Begriff des "Geschlechts" wird neben äußeren Merkmalen und genetischer Ausstattung durch soziale Verhaltensweisen und persönliche Eigenschaften mitbestimmt.

In unserer Gesellschaft herrsche ein breiter Konsens darüber, dass Benachteiligungen wegen des Geschlechts nicht akzeptabel sind. Wir schützen bewusst die Geschlechter von Mann und Frau. Deshalb ist es bedenklich, wenn Genderforschermeinen: "Geschlecht ist kein eindeutiger Begriff." Das Geschlecht des Menschen aber ist von der Natur her definiert, wobei es Abweichungen geben kann, die wiederum naturgegeben sind und geachtet werden müssen.

Vielmehr sei durch Biologie und Weiterkultivierung der Respekt, die Würde und der Wert von Frau und Mann und damit besonders auch von Familie entfaltet worden. So treffen Auseinandersetzungen auf einen Kernpunkt: Ehe und Familie.

Familie in Gefahr


Indem immer wieder angeführt wird, dass "Gender" die freie Wahl des Geschlechts propagiert, dadurch aber die klare Natur der Frau und des Mannes verdunkelt werde. Damit wäre, laut Scharf, das biologische Verständnis von Mann und Frau beseitigt und die Keimzelle "Familie" als Zukunft der Menschheit eliminiert.

Gender-Theorien dienen nicht unbedingt der Festigung der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Die Sorge der Kirche gilt in gleichem Maße allen Menschen, unabhängig vom Alter, Geschlecht, Rasse, Herkunft, oder sexueller Orientierung von der Empfängnis bis hin zu Tod. Unsere Gesellschaft lege heute mit Recht großen Wert auf den Erhalt der Natur und der Schöpfung. Auch Umweltbewusstsein und Kulturpflege seien ebenso wichtig.

Auf die Seele achten


"In dem selben Maß müssen wir auch auf die Kulturpflege unserer Geschlechter und unserer Seele Wert legen, die im vitalen und ständigem Austausch miteinander zu einer Familie werden", ergänzt der Domvikar. Er verweist auf die Worte Papst Benedikts im Jahr 2013: "Die Bedrohung der Menschheit besteht darin, dass sich der Mensch absolut setzt. Der Mensch will 'ab-solutus' sein, losgelöst von jeder Bindung und natürlichem Sein. Es gibt nur noch den abstrakten Menschen, der sich dann so etwas wie seine eigene Natur wählt." Dies könne, laut Referent,nur in der "dramatischen Einsamkeit" des Menschen enden.

Nach seinen Ausführungen beantwortete Scharf noch viele Fragen. Hans Enders bedankte sich für den kurzweiligen und interessanten Vortrag mit einem kleinen Geschenk.
Weitere Beiträge zu den Themen: Pfarrgemeinderat Ebnath (1)Gender-Mainstream (1)
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