Maria Sondermeier bekommt Bundesverdienstkreuz am Bande
Eine Aufgabe fürs Leben

Maria Sondermeier. Bild: soj
Vermischtes
Ebnath
04.03.2016
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Eine besondere Ehre wird der 81-jährigen Maria Sondermeier am heutigen Freitag zuteil. Die Ebnatherin bekommt von Bayerns Sozialministerin Emilia Müller im großen Sitzungssaal des Bayerischen Sozialministeriums in München das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht. Sie erhält es für die jahrzehntelange Pflege ihres schwerstbehinderten Bruders Josef. Bis zu seinem Tod am 19. August 2014 bestand in seiner Pflege ihre größte Aufgabe.

Für die liebevolle Betreuung nahm Maria Sondermeier vor einigen Jahren bereits die Bürgermedaille der Gemeinde Ebnath entgegen. Hilfe und Unterstützung für andere Menschen zu leisten, war für sie schon früh Lebensinhalt: als Pfarrhaushälterin und als Pflegerin der Eltern, der Tante und schließlich über viele Jahre des Bruders Josef. Ihr Bruder erkrankte im Alter von nur einem Jahr an Gehirnhautentzündung.

Ermordung verhindert


Diese Krankheit machte ihn zum Pflegefall. Maria Sondermeier schilderte ein für sie prägendes Erlebnis während der Nazizeit. Damals wurden alle Schwerbehinderten systematisch ums Leben gebracht. So sei es für sie ein besonderes Glück gewesen, dass der damalige Bürgermeister Scharf die Behinderung nicht den Nazis gemeldet hat. Die Mutter des behinderten Josef machte damals klar, dass sie ihr Kind nur über ihre Leiche abholen lassen würde. Dank des Mutes der Mutter und des damaligen Bürgermeisters konnte die Ermordung Josefs verhindert werden.

Familie hilft bei Bedarf aus


Maßgeblich beteiligt waren an der jahrzehntelangen Pflege auch die Geschwister von Sondermeier sowie ihr Neffe Gerhard Schinner mit Ehefrau Lisa und deren Kinder. Sie waren immer da, wenn die Jubilarin aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen einmal verhindert war. Was hält sie trotz der schweren Aufgaben so frisch, fröhlich und leistungsfähig? Sie kennt das Rezept: Humor, die Liebe zu den Betreuten und einen starken Glauben an Gott als stärkenden und gütigen Vater.
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