Völlig neue Dimension
Reaktionnen auf Bürgermeister-Tadel

Nicht alle Gäste beim Neujahrsempfang der Gemeinde Ebnath wussten, ob sie lachen oder weinen sollten. Der verbale Ritt des Bürgermeisters durch das Gemeindegeschehen ließ manchen etwas ratlos zurück. Diskussionsstoff gab es anschließend zur Genüge. Bilder : soj (2)
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Ebnath
12.01.2016
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"Eine völlig neue Dimension"

Ebnath. (man) "Eine völlig neue Dimension einer Neujahrsansprache" erreichte nach Meinung von Inge Stich die Rede von Bürgermeister Manfred Kratzer (SPD). Die Vorsitzende der Frauen-Union war sauer: Es wurden einige Vereine und Institutionen vom Bürgermeister gerügt. "Weiß dieser Herr denn nicht, dass eine Vielzahl der Ebnather Bürger gleichzeitig in mehreren Vereinen als Mitglied vertreten ist und dass alle bemüht sind, ihr Bestes zu geben." Die FU sei in den Kreis-, Bezirks- und Landesversammlungen vertreten und somit ehrenamtlich mehr unterwegs als in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Die FU habe sich in der Vergangenheit immer an gemeindlichen Veranstaltungen beteiligt. Noch mehr könne sich die FU nicht einbringen. "Anderseits kann man sich fragen, wo denn der SPD-Ortsverein in den letzten Jahren war."

CSU-Fraktionsvorsitzender Josef Söllner nutzte die Gemeinderatssitzung am Donnerstag, um seinem Unmut Luft zu machen: "Wir als CSU-Fraktion sind der Meinung, dass es zu den Aufgaben eines Bürgermeisters und des gesamten Gemeinderats gehört, eventuell vorhandene Gräben zwischen Vereinen und Institutionen, zwischen Bürgern und Gemeinde zuzuschütten, Konsens und Zusammengehörigkeitsgefühl zu fördern. In einer Neujahrsansprache einzelne Vereine und deren Vertreter öffentlich vorzuführen und zu tadeln, trägt sicherlich nicht dazu bei, die Gemeinde zu vereinen und dazu zu animieren, an einem Strang zu ziehen.

Die Gemeinderatsfraktion der CSU teilt die Meinung des Bürgermeisters nicht und missbilligt große Teile dieser Neujahrsrede. Die CSU-Fraktion bewertet die Arbeit der Ebnather Vereine und Verbände als durchwegs positiv und bedankt sich bei deren Vertretern, die alle ehrenamtlich tätig sind und ihre Freizeit dafür opfern. Unserer Meinung nach hat jeder Verein seinen Teil zum Gelingen eines guten Miteinander in der Gemeinde Ebnath beigetragen."

Bürgermeister Manfred Kratzer verstand im Gespräch mit unserer Zeitung die ganze Aufregung nicht. Er habe die Gäste darauf hingewiesen, dass seine Ausführungen mit einem Augenzwinkern zu verstehen seien. Wörtlich habe er gesagt: "Ich begebe mich also heute in die Fußstapfen bekannter Kabarettisten und pointierter Rhetoriker, denen man Kritik nicht übelnimmt und auch über Nachdenkliches noch schmunzelt." Das scheint wohl im Wesentlichen misslungen zu sein.
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