Ökumenisches Passionssingen in der St.-Stephanus-Kirche mit mehreren Gruppen begeistert Publikum
Den guten Ton der Fastenzeit getroffen

Das Streichquartett Neukirchen erweiterte den Rahmen um weltliche Andächtigkeit.
Kultur
Edelsfeld
17.03.2016
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Todtraurig und doch voller Hoffnung: Die musikalische Stimmungslage der vorösterlichen Zeit zu treffen, ist eine Herausforderung. Beim ökumenischen Passionssingen in der katholischen St.-Stephanus-Kirche in Edelsfeld verhalf die Mischung zum passenden Ton.

Tod und Auferstehung


Da die Auseinandersetzung mit Tod, Auferstehung und Erlösung beide Konfessionen zur Fastenzeit eint, freute sich nicht nur Pfarrer Johann Zeltsperger über das gemeinschaftliche Musikprojekt, das von ebenfalls ökumenisch aufgeteilten Lesungen zu den Themen Leiden, Schicksal und Kreuz punktiert wurde.

Über die Jahrhunderte spannte sich der klingende Bogen, den der von Günter Pilhofer angeführte Posaunenchor mit der Ernst-Hagerer-Intrada regional zeitgenössisch begann und mit dem "Kummer" des gebürtigen Bonners Lionel Haas national zeitgenössisch beschloss. Dazwischen intonierte das Ensemble aber auch klassischen Brahms und das Kirchenlied "O Welt, sieh hier dein Leben". Perfekt in den melancholisch-hoffnungsvollen Rahmen fügten sich die Birgländer Sängerinnen und die Stubenmusik.

Die Reinheit der Stimmen kristallisierten Schmerz und Schönheit in den Liedern berührend heraus, die sanften Klänge der Stubenmusik bewegten auf puristische Weise und ohne Effekthascherei. Heidi Wohlfahrt ließ den evangelischen Kirchenchor Jesu' Weg in den Tod in mehreren Stationen beschreiten. Einige katholische Sänger verstärkten das harmonisch austarierte Gefüge, das von der Empore aus beschauliche Stimmung im gut besetzten Kirchenschiff verströmte.

Vertonter Psalm


Mit vorwiegend weltlicher Andächtigkeit erweiterte das Streichquartett Neukirchen das Programm. Nach einem von Palestrina vertonten Psalm setzten sich die vier Musiker mit getragenem Notenmaterial der Wiener Klassik-Ikonen Mozart und Haydn auseinander. Pfarrer Zeltspergers Wunsch, das Publikum möge sich von Musik und Texten zur im Leiden Jesu greifbaren Liebe Gottes erschüttern lassen, war nach gut einer Stunde in Erfüllung gegangen - der großzügige Applaus für die ökumenische Schar der Mitwirkenden bewies es.
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