Abschied vom Schneckentempo

Das Objekt der Internetbegierde: Breitbandverbindungen für alle Haushalte im Edelsfelder Gemeindegebiet rücken in greifbare Nähe. Bild: aks
Lokales
Edelsfeld
17.01.2015
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Ein schnelles Internet gehört heute zu Grundbedürfnissen wie Telefon-, Stromanschluss und fließend Wasser. Das ist den Edelsfelder Gemeinderäten klar. Die Umsetzung war ein großes Thema ihrer Sitzung.

Wie sich eine gute Breitbandversorgung für die Flächengemeinde Edelsfeld allen technischen Hindernissen zum Trotz anbieten lässt, erörterte der Gemeinderat mit Harald Mild von der Breitbandberatung Bayern GmbH.

Zwei Förderprogramme

Nachdem sich die Ortschaft Edelsfeld schon über das erste Förderprogramm des Freistaats Bayern vom Schneckentempo im Netz verabschiedet hat, macht nun ein zweites Förderprogramm dem Rest der Kommune berechtigte Hoffnungen auf flotte Geschwindigkeiten und ordentliche Datenmengen.

Keiner motiviert

Dabei hat die vorausgegangene Markterkundung zunächst keinen Anbieter motivieren können, ein solches Netz kostenlos auf- und auszubauen, sagte Mild. Für das nun folgende Auswahlverfahren sieht der Berater jedoch alles andere als schwarz - nicht zuletzt der Wettbewerb unter diversen Anbietern habe den Markt in Bewegung gebracht.

Die Gemeinderäte legten also acht Erschließungsgebiete fest, die selbst kleine Orte wie Birkhof, Oberndorf oder Trosthof umfassen. Die sogenannte "Wirtschaftlichkeitslücke" wurde auf eine Million Euro begrenzt. Darunter fallen die maximal 890 000 Euro, die der Freistaat fördert, plus 50 000 Euro Förderung für interkommunale Zusammenarbeit und ein Eigenanteil der Gemeinde.

Die interkommunale Komponente besteht konkret in der Zusammenarbeit mit den Städten Sulzbach-Rosenberg und Vilseck. Letztere übernimmt aller Voraussicht nach die Anbindung von Kalchsreuth und Stopfmühle über Sigl. Falls nicht, dehnt sich das Erschließungsgebiet Sigras entsprechend aus. Zu den weiteren beschlossenen Vertragsdetails gehörten neben einer vom potenziellen Anbieter geforderten Bürgschaft in Höhe von zehn Prozent und einer festgelegten Mindestgeschwindigkeit von 30 Mbit/Sekunde auch die unterschiedlich gewichteten Auswahlkriterien wie billigstes Angebot, technisches Konzept, Höhe Endkundenpreis, Servicekonzept, Nutzbarkeit pro Jahr sowie der frühestmögliche Zeitpunkt der Inbetriebnahme.

Keine unnötige Hast

Unnötige Hast will Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl vermeiden, er legt mehr Wert auf ein solides Ausbaukonzept und Service. Mild prognostizierte zwölf Wochen, bis Angebote eingehen. Ab Vergabe wird es wohl noch ein bis eineinhalb Jahre dauern, bevor alle Gemeindeteile ohne Gedulds- und Nervenproben im weltweiten Netz surfen können.

Vielleicht gar Glasfaser

Ob das technisch über 15 neue Kabelverzweiger mit 45 000 Euro plus Zuleitungsarbeiten, über Funk mit oder ohne LTE oder vielleicht sogar über Glasfaser bis ins Haus der Fall sein wird, obliege allein den Berechnungen und Überlegungen des Anbieters, erklärte Fachberater Mild.
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