Caritas wieder stärker verorten

Mit 13 Priestern aus dem Dekanat feierten die Pfarrgemeinde und die Gäste die Messe. Bild: wfe
Lokales
Edelsfeld
25.10.2014
10
0

Gremien, die nur auf dem Papier bestehen, hat Domkapitular Franz Mattes in seiner Zeit als Pfarrer vor Ort auch kennengelernt. Trotzdem wirbt er dafür, vor Ort Sachausschüsse für Gemeindecaritas einzurichten.

Geistliche und Laienvertreter des Dekanats Habsberg trafen sich in Edelsfeld zum Kapitelsjahrtag. In getrennten Sitzungen und einem gemeinsamen Gottesdienst ging es um die Frage der Pfarrcaritas.

Sowohl in der Konferenz der Geistlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter als auch bei der Zusammenkunft des Dekanatsrats sprach der Eichstätter Caritasdirektor, Domkapitular Franz Mattes, über "Chancen und Möglichkeiten von Caritas in ländlich geprägten Pfarreien vor Ort".

Zum kirchlichen Leben gehöre neben der Feier der Gottesdienste und der Verkündigung auch das soziale und karitative Engagement. Mattes plädierte dafür, in den Pfarreien einen Sachausschuss Gemeindecaritas einzurichten. "Aus meiner Zeit als Pfarrer weiß ich, dass solche Gremien oft nur auf dem Papier bestehen. Aber wir brauchen einen Kreis von Ehrenamtlichen, der sich in einem Dorf direkt der tätigen Nächstenliebe verschreibt", forderte der Eichstätter Domkapitular. Es gehe darum, Pflegende von Demenzkranken zu entlasten, Fahrdienste anzubieten oder nachbarschaftliche Aufmerksamkeit zu pflegen.

Der Vorsitzende des Dekanatsrats, Anton Lang, hielt gerade in der ländlichen Region des Dekanats Habsberg Netze sozialer Aufmerksamkeit für wichtig. Wenn Dörfer als Wohnorte attraktiv bleiben sollen, dürfe "Caritas kein vergessenes Randthema bleiben", hatte Dekan Elmar Spöttle zuvor in seiner Predigt gefordert. Der Glaube müsse sich im Dienst am Nächsten zeigen. Bernhard Schinner, Leiter der Caritas-Kreisstelle Neumarkt, hob die Bedeutung der Krankenpflegevereine hervor, die vielerorts gegen Auflösung und Überalterung ankämpften. Sie könnten zu "Vereinen für karitative Aufgaben" umfunktioniert werden, die sich verstärkt der nachbarschaftlichen Hilfe und Begegnung widmen.

So könne der Gedanke der Caritas stärker verortet werden und eine bessere Basis für den Wohlfahrtsverband Caritas gelegt werden. "Die emotionale Bindung zur Caritas muss gestärkt werden", fasste Domkapitular Mattes schließlich zusammen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.