Das Ja bleibt in Edelsfeld

Das Zusatzschild "Standesamt" unter dem Gemeindewappen hat bald ausgedient. Bild: aks
Lokales
Edelsfeld
07.10.2015
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Behält die Gemeinde Edelsfeld ein eigenes Standesamt, oder überlässt sie dieses Tätigkeitsfeld einer größeren Kommune? Eine heikle Frage, die obendrein auch von emotionalen Schwingungen begleitet ist.

Der Gemeinderat wählte am Dienstagabend schließlich eine halbwegs salomonische Variante: Die komplexen Aufgaben bestreitet zukünftig die Sulzbach-Rosenberger Verwaltung, die Trauungen selbst bleiben in Edelsfeld.

Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl war sich der Sensibilität des Themas offenbar bewusst und stellte der Entscheidungsfindung ein mehrseitiges Exposé voran. Darin listete er die relativ dürftige Auslastung ebenso auf wie den erheblichen Zeit- und Geldaufwand für eine Aus- und Weiterbildung der Standesbeamten.

Im Zeitalter von Krankenhausgeburten meldeten die Eltern den Nachwuchs beim dortigen Standesamt. Bei Sterbefällen kümmere sich in der Regel der Bestatter um sämtliche Formalitäten. Bleiben für den direkten Bürgerkontakt nur noch die Eheschließungen. Ganze sieben seien es im Schnitt der vergangenen Jahre gewesen, erklärte Strehl.

Demgegenüber stehe die Zunahme komplizierter Fallkonstellationen, auch unter Einbeziehung internationalen Rechts. Sie verlangten den Standesbeamten immer profundere und umfassendere Kenntnisse ab. Zur Auflösung dieses allerorten auftretenden Spannungsfelds ermögliche es der Freistaat Bayern seit 2008, Standesämter interkommunal zusammenzulegen, informierte der Bürgermeister seine Kollegen.

Insbesondere weil sich auch der neue Edelsfelder Verwaltungs-Geschäftsleiter Andreas Kredler als Seiteneinsteiger noch intensiver einarbeiten müsste, stimmten die Gemeinderäte bei einer Gegenstimme gegen die Beibehaltung des unwirtschaftlichen Behördenasts. Die konträre Argumentation, den Bürgern diesen - wenn auch sehr selten genutzten - Vor-Ort-Service zu erhalten und damit die vor nicht allzu langer Zeit erkämpfte Selbstständigkeit in ihrer Gesamtheit zu erhalten, wollte nicht verfangen.

Einen entsprechenden Vertragsabschluss vorausgesetzt, kommt es also zur "großen Lösung" mit der Stadt Sulzbach-Rosenberg. Davon jedoch unangetastet bleibt das, was für die meisten Bürger und auch Gemeinderäte zu den wenigen tatsächlichen Wegen ins Standesamt zählt: Die Eheschließung im Edelsfelder Trauzimmer.
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