Dessen Pollen sind nicht für Bienen geeignet - Schulungsveranstaltung für Imker
Mais wirkt lebensverkürzend

Dr. Klaus Wallner (links) von der Universität Hohenheim widmete sich dem Thema "Honigbienen als Gradmesser der Qualität ihrer Umwelt". Bild: hfz
Lokales
Edelsfeld
10.03.2015
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"Honigbienen als Gradmesser der Qualität ihrer Umwelt" - um dieses Thema ging es bei einer Schulungsveranstaltung beim Bienenzuchtverein Edelsfeld. Referent war erneut Dr. Klaus Wallner von der Universität Hohenheim. Mit seinen Gedanken versuchte er, bei den zahlreich anwesenden Imkern ein Umdenken oder zumindest ein Nachdenken hinsichtlich der Pflege der Bienenvölker zu bewirken.

Der Experte zeigte die Indikatoren für Umweltbelastung und Pflanzenschutzmittel auf. Seien die Bienen selbst, Pollen und auch Propolis sehr gute Hinweise für Pflanzenschutzmittel und Umwelteinflüsse, so diene das Wachs nur für den Imker als wichtiger Indikator. Durch verschiedene Verfahren seien Verunreinigungen, chemische Verbindungen, Spritzmittel und so weiter herauszufiltern. Nicht so beim Honig. Den reinige die Biene selbst, er sei dadurch ein sehr sauberes Produkt und als Indikator wenig geeignet.

Wallner stellte fest, dass es in Europa kaum mehr frei lebende Honigbienen gebe, anders als auf anderen Kontinenten. Entsprechend müsste die Honigbiene eigentlich auf die rote Liste gesetzt werden. "Ohne imkerliche Betreuung überlebt ein Bienenvolk kaum ein Jahr, geschweige denn mehr", betonte der Wissenschaftler. Wallner fragte: "Macht der Imker das Richtige?" Früher habe es als natürliche Fortpflanzungsmöglichkeit den Schwarm mit Vor- und Nachschwarm gegeben. Heute versuche der Imker, dies zu verhindern. Allerdings habe der Schwarm für eine brutfreie Zeit im Volk gesorgt, was vielen Krankheiten entgegengewirkt habe. Selbst die Varroamilbe brauche Bienenbrut.

Früher habe es eine genetische Vielfalt gegeben, heute würden Reinzuchtlinien mit ganz bestimmten Merkmalen bevorzugt. Da die Landschaft wesentlich eintöniger geworden sei, biete sich für die Biene kaum mehr natürlicher Wohnraum in der Natur. Auch die Nahrungsvielfalt habe stark gelitten. In manchen Gebieten sei die Biene gezwungen, in den Wein zu fliegen und Pollen zu sammeln. Wein sei aber ein Windbestäuber und somit nicht für die Insektenbestäubung ausgelegt.

Das gleiche gelte für den Mais, dessen Pollen noch dazu zwei Aminosäuren fehlten, wodurch die Biene kurzlebiger werde. Im Erwerbsobstbau werde der Unterwuchs abgemäht, wodurch alle Futterpflanzen vernichtet würden. In der Milchwirtschaft werde zunehmend siliert, also die Wiesen bereits gemäht, bevor Blumen und Kräuter überhaupt richtig blühen, geschweige denn Samen produzieren könnten.
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