Evangelisch-lutherisches Gemeindehaus in Edelsfeld ist fertig und wird am 22. November seiner ...
Der lange Weg zum neuen Heim

Lokales
Edelsfeld
19.11.2014
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Neue Räume zum Leben... Es war ein langer Weg, der sich aber gelohnt hat. Nun ist es geschafft! Das neue evangelisch-lutherische Gemeindehaus ist fertig und kann seiner Bestimmung übergeben werden. Dies soll gemeinsam gefeiert werden.

Am Samstag, 22. November ist die Bevölkerung zu einem festlichen Gottesdienst in die Kirche St. Stephanus eingeladen. Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiß, Dekan Karlhermann Schötz und Pfarrer Klaus Keyser werden diesen Gottesdienst festlich gestalten. Posaunenchor und Kirchenchor werden ebenso dabei sein.

Willkommensfeier für alle

Im Anschluss werden die Schlüsselübergabe und die Segnung des Gemeindehauses durch Regionalbischof Dr. Weiß erfolgen. Natürlich gibt es danach für alle ein herzliches Willkommen in den neuen Räumen bei Kaffee, Kuchen und einem Imbiss.

Das Gemeindehaus wird ein Ort sein, an dem sich Menschen wohlfühlen und gerne zusammenkommen. Viele haben bis heute tatkräftig und finanziell mitgeholfen, das Gemeindehaus zu bauen. Ohne diese langjährige Unterstützung wäre dies gar nicht alles möglich gewesen.

So ging es los: Im alten Gemeindehaus wurden 2007 bauliche und energetische Probleme festgestellt. Eine Sanierung und eventuelle Erweiterung wäre nur mit einem hohen finanziellen Aufwand möglich gewesen. Da es sich um ein öffentliches Gebäude handelte und kein Brandschutz zwischen den Stockwerken vorhanden war, musste auch dies bei Instandhaltungsmaßnahmen und einer eventuellen Erweiterung berücksichtigt werden. Im Saal durften keine größeren Veranstaltungen mehr stattfinden.

So beschloss im Mai 2009 der Kirchenvorstand, dass aufgrund der absehbaren Kostenentwicklung ein Gemeindehaus-Neubau angebracht wäre. Dieser Neubau sei sinnvoller und wirtschaftlicher, als einen größeren Betrag in die Instandsetzung des Alt-Gebäudes zu investieren.

Die vorhandenen räumlichen Kapazitäten wären auch in überschaubarer Zukunft nicht ausreichend gewesen und konnten mit einem Neubau wesentlich verbessert werden. Ein Raumprogramm für Gemeindehäuser war dabei zu berücksichtigen. Ein gemeinsamer Bau eines Gemeindehauses mit der katholischen Kirchengemeinde war hier nicht möglich gewesen.

Lange und ausgiebige Diskussionen wurden nunmehr geführt. Die Vertretung des Denkmalschutzes brachte einige Gedanken in die Planungen ein. Der Beschluss des aufgestellten Finanzierungsplanes sah dann vor:

"Das baufällige, nicht sanierungswürdige Gemeindehaus soll abgerissen und auf dem dafür käuflich erworbenen Nachbargrundstück neu errichtet werden. Die rechtlichen Voraussetzungen sind gegeben. Die politische Gemeinde Edelsfeld hat durch die Übernahme kirchenaufsichtlich nicht genehmigungsfähiger Mehrkosten beim Grundstückskauf dieses ermöglicht. Zusätzlich trägt sie die Abrisskosten für das auf dem gekauften Grundstück zu beseitigende Gebäude."

Im Dezember 2009 stellte dann Herr Hedrich vom gleichnamigen Architekturbüro einen ersten Entwurf für den Ersatzbau des Gemeindehauses vor. Diese Entwurfsplanung wurde mehrfach diskutiert und verändert. Andere Gemeindehäuser wurden besucht und in Augenschein genommen. Die Bauweise wurde als Massivbau entschieden. Ein Bauzeitenplan ließ die Fertigstellung Ende 2010 zum damaligen Zeitpunkt zu.

Als bautechnische Vertretung des Landeskirchenamtes brachte Frau Haarth aus München weitere Vorstellungen ein, die erneut zu erheblichen Diskussionen und Änderungen führten.

Dann hieß es: "Der Neubau des ev. Gemeindehauses nimmt Konturen an." Auch der Standort war mit dem alten Regler-Grundstück geklärt. Die Kirchengemeinde und die politische Gemeinde kauften die Grundstücke von der Familie Regler und Herrn Günther Spieß im August 2011. Das alte Regler-Haus konnte im März 2012 abgerissen werden. Zur Freimachung des Baugeländes für die Bodenplatte gab es an einigen Tagen ein ungewöhnliches Bild auf der Baustelle:

Bau verzögert sich

Ein mehrtägiger Einsatz von Archäologen war angesagt, da Bodendenkmäler gesichtet und gesichert werden mussten. Ohne spektakuläre Ergebnisse gab es eine erhebliche Bauverzögerung, ganz zu schweigen von diesen Mehrkosten!

Pfarrer Klaus Keyser informierte den Kirchenvorstand im Dezember.2011 über das Inaussichtstellen der kirchenbaulichen Genehmigung. Die Finanzierung war klar. Das Gremium diskutierte erneut über Änderungen und kam zum Ergebnis, den Grundriss nach der Planvorlage beizubehalten - das Gebäude sollte längs der Pfarrgasse erstellt werden. Die kirchenaufsichtliche Genehmigung wurde schließlich am 23. Januar 2013, die Baugenehmigung durch das Landratsamt am 29. Januar 2013 erteilt. Die gesamte Bauzuweisung (Kostenplan) betrug 784 000 Euro.

Verschiedene Heizungsanlagenmöglichkeiten wurden untersucht und für den Anschluss an die gemeindliche Hackschnitzelheizung mit einer Anschlussmöglichkeit auch für das Pfarrhaus entschieden.

Im Mai 2013 ging es dann mit dem Bau richtig los. Stein für Stein wurde auf die Bodenplatte gemauert. Der Dachstuhl folgte und bis zur Grundsteinlegung dauerte es nicht lange. Mit dem Aufsetzen des Dachgebälks hatte das Gebäude Gestalt angenommen, sich eine Lücke in der Ortsmitte von Edelsfeld geschlossen. Mehr als 20 Firmen aus der Region hatten vergebene Aufträge abzuarbeiten. Ständige Sitzungen des Kirchenvorstandes waren die Folge.

Dekan Karlhermann Schötz und Pfarrer Klaus Keyser bezogen sich bei der Grundsteinlegung auf den 31. Psalm: "Der Mensch denkt, plant und strebt; der Schöpfer, unser himmlischer Vater, leitet unseren Fuß."

Bis zur Segnung des neuen Gebäudes am Samstag, 22. November gab es noch viele Gespräche und Entscheidungen. Am Schluss waren immer mehr Details abzuarbeiten und gemeinsam umzusetzen. Zahlreiche Spendenaktionen bei den Gottesdiensten und von vielen Gemeindegliedern ließen auf die Akzeptanz des Geschehens in der Kirchengemeinde schließen.

Viel Eigeninitiative war gefragt

Kostenüberschreitungen mussten kompensiert werden. Eigeninitiative war gefragt. Bisheriges Inventar wurde mit Nachkäufen ergänzt. Immer wieder wurde über Baufortschritt, Sparmöglichkeiten, Koordinierung von Spenden-Aktionen und vieles mehr gesprochen und entschieden. Als letzte Maßnahme wurde das Umfeld des Gebäudes realisiert.

Nun kann das neue evangelische Gemeindehaus der gesamten Kirchengemeinde übergeben werden. Junge und ältere Gemeindeglieder werden sich hier wohlfühlen und ihre Zusammenkünfte im christlichen Sinne abhalten. Gott baut sein Haus - Stein auf Stein, so wird es der Nutzung am 22. November übergeben.

Für alle, die an diesem Tag keine Zeit haben, stehen am Sonntag, 23. November die Türen des Gemeindehauses ab 9 Uhr zur Besichtigung offen.
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