Geizig bei der Straßenbreite

Zu eng oder ideal zur Verkehrsberuhigung? Der Königsteiner Weg diente als Diskussionsgrundlage für die Straßengestaltung in den beiden neuen Baugebieten. Bild: aks
Lokales
Edelsfeld
06.08.2015
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Mit zwei neuen Baugebieten bemüht sich die Gemeinde Edelsfeld um ein weiteres Wachstum. Westlich oberhalb des "Junges Wohnens" sowie östlich zwischen Steinlinger Weg und Eichenweg entstehen 47 Parzellen in Größen zwischen 550 und 900 Quadratmetern.

Braucht Edelsfeld neue Baugebiete? Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl beantwortet diese Frage mit einem klaren "Ja!". Seinen Argumenten folgte der Gemeinderat ohne Zögern. Diskutiert wurden jedoch einige Detailfragen.

Mit Pfunden wuchern

Die bemerkenswerte Baulaune innerhalb der gesamten Gemeinde hat diesen Entschluss ebenso beflügelt wie die für dörfliche Maßstäbe keineswegs selbstverständlichen Pfunde, mit denen die Ortschaft Edelsfeld wuchern kann. Dazu zählen vollständige Einkaufsmöglichkeiten, Banken, Arzt, Zahnarzt, Rechtsanwalt, Friseur, schnelles Internet, perfekte Kinderbetreuung, kurze Wege, gute Verkehrsanbindung - und günstige Bauland-Preise.

Planer Manfred Pirner vom Ingenieurbüro Renner + Hartmann Consult GmbH machte die Gemeinderäte mit den Varianten für beide Lagen vertraut. Er erläuterte ausführlich die jeweiligen Vor- und Nachteile. Das besondere Augenmerk lag dabei weniger auf der Anordnung der Bauplätze. Stattdessen beschäftigte der Verlauf und die Ausgestaltung der Erschließungsstraßen die Gemüter.

Wo sich Geister scheiden

Ringstraßen erwiesen sich in beiden Fällen als konsensfähig. 6,50 Meter Breite fand ebenfalls noch überall Zustimmung. Wie sich diese Fläche jedoch aufteilt in Fahrbahn, Mehrzweckstreifen und Gehweg, ob Bäume sie begleiten oder nicht - da schieden sich die Geister.

Als Favorit kristallisierte sich eine "geizige" Fahrbahnbreite von 3,50 Meter plus einem zwei Meter breiten Mehrzweckstreifen und einem ein Meter breiten Gehweg sowie vereinzelten Baumscheiben heraus.

Beim östlichen Baugebiet entschied sich das Gremium bei einem Nein mehrheitlich, keinen Durchgang zum Eichenweg und keine direkte Ausfahrt Richtung Straße am Wertstoffhof zu schaffen. Werner Renner stimmte nicht mit ab.

An der Ostgrenze ist ein Gehweg mit Mehrzweckstreifen gewünscht. An der Front Steinlinger Weg soll der bislang weiter unten endende Gehweg fortgeführt werden, direkte Zufahrten in den Steinlinger Weg lehnt man für die neuen Parzellen ab.

Nach den einstimmigen Aufstellungsbeschlüssen folgt nun die detaillierte Ausarbeitung der Bebauungs- und Grünordnungspläne. Bei den Festsetzungen für Dachneigung und ähnliches will sich die Gemeinde von vornherein großzügig zeigen.
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