Gemeinderat Edelsfeld beschließt die Satzung über die Beiträge zur Kläranlage
Jetzt der Griff zum Rechenstift

Der eckige Überlauf (rechts) der Edelsfelder Kläranlage verwandelt sich in ein rundes Becken, der Tropfkörper (links) schrumpft zum niedrigeren Schlammstapelbecken, und das Betriebsgebäude (Mitte) weicht einer hoch modernen Schaltzentrale mit Bauhof-Maschinenhalle. Bild: aks
Lokales
Edelsfeld
08.04.2015
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0,11 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche und 7,76 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche: Jetzt können alle Eigentümer innerhalb der Gemeinde Edelsfeld genau ausrechnen, welcher finanzieller Beitrag ihnen persönlich zur "Verbesserung und Erneuerung" der Kläranlage Edelsfeld blüht. Beide Zahlen stehen in der vom Gemeinderat einstimmig beschlossenen Satzung. Dipl.-Verwaltungswirt Arno Bitterwolf arbeitete sie mit den Zielvorgaben aus, dass sie möglichst alle Eventualitäten beinhaltet und gegebenenfalls vor Gericht Bestand hat.

Zügig und schlüssig erläuterte der Fachmann den Berechnungsweg, der zu den genannten Endsummen geführt hat. So wurde der Straßenentwässerungsanteil, der ausschließlich und allein von der Gemeinde zu schultern ist, vorab von der Gesamtinvestitionssumme abgezogen.

Berücksichtigung fand auch die unterschiedliche Entwässerungssituation in den einzelnen Gemeindeteilen. Der Beitrag pro Quadratmeter Grundstücksfläche trifft nur Edelsfeld, Boden und Weißenberg. Die anderen Orte haben ein Versickerungsmodell.

Erste Rate am 1. Juni

Alles in allem dürfen sich die Eigentümer eines durchschnittlichen Einfamilienhauses auf einen Gesamtbeitrag von etwa 2400 Euro einstellen, zu zahlen in drei Raten. Die ersten 40 Prozent zieht die Gemeinde zum 1. Juni ein, erklärte Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl.

Darüber hinaus müssen Kommune und Bürger demnächst wohl auch einer Anhebung der regulären Abwasser-Beiträge und -Gebühren ins Auge sehen, warnte Bitterwolf schon mal vor. Und der guten und juristischen Ordnung halber: "Sanierung" sei der falsche Begriff für das millionenschwere Vorhaben, korrekt heiße es "Verbesserung und Erneuerung".

Kernstück Biocos-Becken

Was da nun zwischen Edelsfeld und Niederärndt genau verbessert und erneuert wird, erläuterte Erwin Schall vom Planungsbüro "Renner+Hartmann Consult GmbH" den Gemeinderäten. Nach Überarbeitung mit der mittlerweile beauftragten Firma ZWT Wasser- und Abwassertechnik GmbH aus Bayreuth hat sich das neue Überlaufbecken rechts vor dem Hauptgebäude von eckig in rund verwandelt.

Der bisher als markantes Erkennungszeichen fungierende Tropfkörper gibt sich zukünftig dezenter als rund drei Meter niedrigeres Schlammstapelbecken. Das Kernstück der Anlage bildet das hoch moderne "Biocos-Becken" mit UV-Bestrahlung als letzte Station vor dem Ausleiten in den Lohbach.

So viel moderne Technik braucht natürlich auch Strom. Das bisherige 30-Kilowatt-Modell hat ausgedient und weicht einem viermal so großen Netzanschluss mit zwei Kabeln und neuem Messschrank. Ein ordentlicher Sprung nach oben bei den Stromkosten darf sicher in den Haushalt einkalkuliert werden.

Und obwohl das geplante Objekt in jeder Hinsicht andere Dimensionen als der normale Traum vom Haus aufweist: Ohne Bauantrag geht es auch für die Gemeinde nicht. Der Rat erteilte daher dem Vorhaben inklusive Maschinenhalle für den Bauhof offiziell und einstimmig das gemeindliche Einvernehmen. Als Geschäftsführer des Planungsbüros enthielt sich Werner Renner der Stimme.

Ans Wasserrecht gedacht

Damit das Wasserrecht ebenfalls über 2016 hinaus erhalten bleibt, beschloss der Rat bei gleicher Stimmenkonstellation den entsprechenden Antrag auf der Grundlage des vorgestellten Bauplans.
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