Jennifer und Patrick Kopp informieren über artgerechte Schildkrötenhaltung
Tiere mit ausgeprägten Sinnen

Züchter Patrick Kopp zeigt uns Herbert, seine große Sporenschildkröte. Auf dessen Panzer sitzt die kleine, einjährige Eleonore.
Lokales
Edelsfeld
01.08.2015
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Sie sind weder flauschig noch kuschelig. Sie können nicht herumgetragen und gehätschelt werden. Für Ballspiele sind sie ungeeignet. Dennoch hat sich das Ehepaar Kopp verliebt: in Schildkröten. "Mir gefällt einfach alles an ihnen! Ihre Bewegungen und ihre ganze Art strahlen eine Ruhe aus, die mir Freude beim Zuschauen bereitet", schwärmt Jennifer Kopp.

Insgesamt 40 Schildkröten leben in ihrem Garten, versteckt unter Dickicht, Wurzeln und Ästen. Die Artenvielfalt reicht von griechischen über maurische oder tunesische bis hinzu Panther- und Sporenschildkröten sowie Wasserschildkröten.

"Die Tiere fressen am liebsten Wildkräuter wie Löwenzahn, Spitzwegerich, Disteln, Klee, Kresse etc.", erzählt Patrick Kopp. "Sie dürfen auf keinen Fall mit Obst und Gemüse gefüttert werden, da dies im Supermarkt gespritzt ist. Obst ist im Allgemeinen ein Problem, da es zu viel Zucker enthält", betont der Züchter.

Was benötigt eine Schildkröte, um sich in ihrem Zuhause wohl zu fühlen? "Wenigstens ein kleines Gehege im Garten mit Aufwärmmöglichkeit - also ein Frühbeet, Gewächshaus oder eine Holzhütte. Zudem sind Schattenmöglichkeiten wichtig, damit sich die Tiere bei Hitze verstecken oder vergraben können. Auch Pflanzen, Kräuter, Wurzeln, Äste und frisches Wasser werden benötigt", erklären die Eheleute fröhlich.

Es sind durchaus intelligente Tiere, die bei Familie Kopp abends sogar selbst in ihre Hütte zurückgehen. Sie haben zudem ausgeprägte Sinne. Anhand ihrer Augen orientieren sich Schildkröten und finden ihre Partner oder Nahrung. Ihre Nase hilft ihnen dabei, indem sie Duftstoffe aufnimmt.

Die Ohren der Schildkröten hingegen sind kaum ausgeprägt. Die Tiere sind nicht taub, aber sie können nur Frequenzen bis circa 1000 Hertz wahrnehmen. Schildkröten sind zudem stumm, nur bei der Paarung stoßen die Männchen piepsende Laute aus. Zudem haben sie einen seismischen Sinn, dieser lässt sie Erschütterungen und Gefahren spüren.

Aktuell befinden sich 32 befruchtete Eier in Obhut der Edelsfelder Schildkrötenfarm. Da im Freigehege die Temperatur oftmals zu gering ist, werden die Eier in einem Brutbehälter mit 32 Grad bebrütet. Nach 50 bis 70 Tagen schlüpfen dann die Tiere.

Mit dem sogenannten Eizahn kratzen die Schlüpflinge die Schale leicht auf, um Luft zu bekommen, danach stoßen sie mit dem Kopf ein kleines Loch in die Kalkschale. Dieser Vorgang kann sich über Stunden oder Tage hinziehen. Währenddessen entfaltet sich der Panzer. "Nach drei bis fünf Lebenstagen verschließt sich dann der Dottersack", berichtet Patrick Kopp.

Wie kann ich Haltungsfehler ausmerzen? "Indem man sich informiert und versucht, die Fehler zu vermeiden bzw. die Probleme in den Griff zu bekommen. Bitte nicht die Schildkröten einfach abschieben, nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn - Denn das ist nicht in Ordnung!", stellt die Familie klar.

Diese Tiere werden zwischen 80 und 120 Jahre alt und überleben meist ihre Besitzer. "Unsere älteste Schildkröte ist Adi, dieser ist 100 Jahre alt und Top in Schuss", erzählen die Eheleute stolz.
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