Lärmschutz bei neuen Baugebieten eine Herausforderung
Wohnen an der Straße

Lokales
Edelsfeld
27.11.2015
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Wenn man ein neues Baugebiet direkt neben einer vielbefahrenen Bundesstraße und einem Gewerbebetrieb ausweist, wird effektiver Lärmschutz zur großen Herausforderung. Beim Projekt "Am westlichen Ortsrand" setzt die Gemeinde Edelsfeld auf eine Kombination aus kommunalen und privaten Maßnahmen. Im Gemeinderat setzte Manfred Pirner vom beauftragten Planungsbüro Renner und Hartmann Consult GmbH den Verantwortlichen auseinander, wo die Probleme liegen.

Ein Gutachten

So habe ein Gutachten ergeben, dass die größtmögliche Schutznorm DIN 18 005 insbesondere in der Baureihe direkt an der B 85 nicht für alle Geschosse zu halten ist. Selbst mit der vier Dezibel moderateren 16. Bundesimmissionsschutz-Verordnung liegen nicht alle Fassaden im grünen Bereich, so der Planer.

Nach Vorbesprechungen mit dem Landratsamt empfiehlt sich nun seitens der Gemeinde ein Lärmschutzwall mit vier Metern Höhe, um zumindest nicht mehr als zwei Gebäude-Fassaden über die Norm hinaus zu belasten. Der Rest obliegt den Bauwerbern, die ihre Zimmeraufteilung im Obergeschoss entsprechend anpassen und für eigene Schallschutzmaßnahmen, etwa durch entsprechende Fenster sorgen müssen. Hinsichtlich des angrenzenden Gewerbebetriebes seien hingegen keine Belastungen über die zulässigen Mischgebiets-Beeinträchtigungen hinaus zu befürchten. Ansonsten unterscheidet sich der aktuelle Plan im wesentlichen nur durch die aufgenommenen Begrünungen und Parkbuchten zur Verkehrsberuhigung vom im August vorgestellten Entwurf. Die Straßenbreite wurde auf 6,50 Meter festgelegt, davon werden 2 Meter Mehrzweckstreifen, ein 1,50 Meter breiter Gehweg ist möglich.

Beim ebenfalls neu geplanten Baugebiet "Am östlichen Ortsrand" hat Pirner den Mehrzweckstreifen mit Parkmöglichkeiten und Entwässerungsmulde entlang der Straße zum Wertstoffhof ebenso eingearbeitet wie die gewünschten zwei Gehweganbindungen zu eben dieser Straße. Lärmschutz ist hier kein Thema.

Viel Freiheit lassen

Für beide Areale genehmigten die Räte zudem die vorgestellten Festsetzungen, die jedoch den Häuslebauern in spe möglichst viel Freiheit gewähren sollen. Dem Unterlaufen der Vorgaben zur Höhe etwaiger Eingrenzungen durch diverse Geländemaßnahmen soll jedoch explizit ein Riegel vorgeschoben werden. Den informationshalber vorgelegten Bebauungs- und Grünordnungsplan Gewerbegebiet "Niederricht" nickte der Gemeinderat ebenso ab wie den Bebauungsplan "Josef-Bertelshofer-Straße" der Stadt Grafenwöhr.
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