Mit Tränen in den Augen

Mit einem Regenumhang über den Schultern und der Medaille um den Hals steht Inge Behringer auf dem Rasen des Münchner Olympiastadions. So ganz kann sie ihren größten Erfolg noch nicht glauben. Mit persönlicher Bestzeit von 3:02:53 Stunden wurde sie bayerische Marathonmeisterin in der Altersklasse W 40. Bild: sil
Lokales
Edelsfeld
14.10.2015
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Im Ziel ist Inge Behringer überglücklich. Und überrascht von ihrer Zeit beim München-Marathon. Jetzt scheint für die neue bayerische Meisterin auch die magische Marke nicht mehr unerreichbar.

Das "Local Hero"-Konzept von Veranstalter Gernot Weigl ging auf: Bei der 30. Auflage des München-Marathons standen in allen Disziplinen - Marathon, Halbmarathon, Zehn-Kilometer-Lauf - bayerische Athleten ganz oben auf dem Siegertreppchen. Bei der Königsdistanz, den 42,195 Kilometern, waren 5900 Athleten am Start. Schnellster Mann war Florian Stelzle (LG Passau) in 2:29:59 Stunden, bei den Frauen dominierte Julia Viellehner (TSV Altenmarkt/2:40:28).

Auch die für den FC Edelsfeld startende Inge Behringer (Jahrgang 1973) nutzte die optimalen Bedingungen, um nicht nur ihre persönliche Bestzeit um fünf Minuten zu unterbieten, sondern auch noch als schnellste bayerische Läuferin ihrer Altersklasse W 40 den Titel der bayerischen Marathonmeisterin abzuräumen. Sie überraschte sich mit ihrem grandiosen Lauf wohl selbst am meisten. Nach 3 Stunden, 2 Minuten und 53 Sekunden überquerte sie als Gesamtachte mit Tränen in den Augen die Ziellinie und zweifelte erst einmal die Anzeige ihrer Uhr an: "So schnell kann ich gar nicht laufen." Dabei zeichnete sich der Leistungssprung bereits während der Saison auf den Kurzstrecken ab. Aber die Langstrecke hat ihre eigenen Gesetze und es war die große Frage, ob die guten Ergebnisse auf die Marathondistanz übertragbar sein würden.

Behringer erwischte einen perfekten Tag und feierte den größten Erfolg ihrer Karriere. Mit dem disziplinierten Abarbeiten eines Acht-Wochen-Trainingsplans hatte sie den Grundstein gelegt. Den Erfolg führt sie aber auch auf die professionelle Betreuung während des Wettkampfs zurück. Ihr Ehemann sowie ihre Trainingsgefährtin Kerstin Hagerer, die wegen Verletzung nicht mitlaufen konnte, begleiteten sie mit dem Rad und sorgten für eine optimale Verpflegung mit Getränken und Gels. Das Knacken der bei Marathonläufern magischen Drei-Stunden-Marke scheint nun zum Greifen nah.
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