Sprache ist das Problem

Breites Fachwissen zeichnete das Podium aus: Mit allgemeinen Informationen zum Thema stimmten Paul Wolf, Michael Kernl, Elisabeth Vögerl, Hans-Jürgen Strehl, Angelika Brandt und Georg Jobst (von links) die Bevölkerung auf die in Edelsfeld erwarteten Asylbewerber ein. Bild: aks
Lokales
Edelsfeld
27.02.2015
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Das Ziel war, die Bürger umfassend über die erwarteten Asylbewerber zu informieren und mögliche Hilfs-Netzwerke zu stricken. Bloß hat man aktuell noch keine belastbaren Fakten in der Hand. So hatte das Ganze viel von der Quadratur des Kreises.

Am Ende blieb es bei der Veranstaltung am Dienstagabend im evangelischen Gemeindehaus bei interessanten, aber allgemeinen Informationen zum Thema Flüchtlinge und Asyl. Auf Einladung von Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl vermittelte zunächst Georg Jobst, Leiter des Sozialamtes des Landkreises, fundiertes Grundlagenwissen, etwa zum Asylverfahren an sich, zum dezentralen Unterbringungsverfahren des Landkreises und zur aktuellen, immer mehr ausufernden Situation.

Angelika Brandt, eine von drei Asylberaterinnen der Diakonie Sulzbach-Rosenberg, unterstrich die grenzwertige Belastung durch die momentan nicht enden wollenden Ströme der Asylbewerber aus aller Welt. Paul Wolf, Michael Kernl und Elisabeth Vögerl vom Bündnis "Sulzbach-Rosenberg hilft" unterfütterten die Fachinformationen mit dem breitgefächerten Erfahrungsschatz der ehrenamtlichen Helfer.

Im Austausch mit den Zuhörern ging es vor allem um versicherungstechnische Fragen, um den Anspruch auf Kindergartenplatz, ärztliche Behandlung, Lebensunterhalt, Internetzugang ohne Bankkonto, die Möglichkeit für die Flüchtlinge zur gemeinnützigen Arbeit oder die Schulpflicht minderjähriger Kinder.

Der größte Schlüssel zur Lösung vieler Probleme erweist sich dabei wohl gleichzeitig als größtes Hindernis: Ohne sprachliche Verständigung geht gar nichts. Dolmetscher sind daher ebenso gefragt wie Ehrenamtliche, die zumindest einfachste Deutschkenntnisse vermitteln. Offizielle Sprachkurse gibt es erst nach dem positiven Abschluss des Asylverfahrens.

Ein Hilfs-Netzwerk direkt vor Ort wäre nach Meinung aller Experten Gold wert, wenn es darum geht, Freizeitbeschäftigungen, Besorgungen oder Behördengänge möglichst unkompliziert zu organisieren.

In Einfamilienhaus

Nachdem aber nicht feststeht, wie viele Neuankömmlinge genau ab wann in dem angemieteten, komplett möblierten Einfamilienhaus in Edelsfeld eine neue Heimat finden werden, ob es sich um Alleinstehende oder Familien handelt und welche Nationen vertreten sein werden, konnte das Pläneschmieden nicht über grundsätzliche Hilfsbekundungen hinausgehen. Die Bereitschaft und guter Wille scheinen aber auf jeden Fall vorhanden.
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