Ulla Knauer kommt mit neuen Ideen nach Edelsfeld
Gottesdienste auch für Langschläfer

Lokales
Edelsfeld
11.04.2015
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Es hätte sicherlich ruhigere Zeiten im Kirchenjahr gegeben, um das neue Amt anzutreten. Pfarrerin Ulla Knauer konnte sich allerdings keinen schöneren Beginn denken: Ihre Premiere als Seelsorgerin der evangelischen Kirchengemeinde Edelsfeld-Kürmreuth legte sie bewusst auf den Karfreitag und die fröhlichen Ostertage danach.

Der Termin erwies sich als gute Wahl, um schnell mit der neuen Gemeinde in Kontakt zu kommen und "dicht bei den Menschen zu sein", erzählt die Pfarrerin auf Probe im Gespräch mit der SRZ. Dass man sich hier auf sie gefreut hat, sei aber schon seit ihrer Ankunft in Edelsfeld zu spüren gewesen. Die Gemeinde habe sie sehr herzlich empfangen und ihr viel Organisatorisches abgenommen.

Ein optimaler Nährboden also für das, was Ulla Knauer ins Zentrum ihrer Pfarrtätigkeit stellt: Begegnungen, Kontakte und gemeinsame Erlebnisse. Die passenden Ideen liegen schon parat und warten nur noch darauf, behutsam mit den speziellen Edelsfelder Traditionen und Bedürfnissen in Einklang gebracht zu werden. Die Osterkerze für jeden Gottesdienstbesucher machte den symbolkräftigen Anfang und die Quelle der Möglichkeiten sprudelt weiter.

Einen Kaffee nach der Kirche zum Gedankenaustausch, gemeinsame Gottesdienste und Feste für die verschiedenen, ansonsten eher separaten kirchlichen Gruppen, Andachtsreihen, Themenabende rund um den Glauben und "Krabbelgottesdienste" als tragfeste Brücke zwischen Taufe und Kindergottesdienst gehören zu den angeführten Beispielen.

Tauferinnerungsfeiern, einmal im Monat "Langschläfer-Gottesdienste", Osternacht und -frühstück gehören ebenso zur Agenda der Pfarrerin. Bei den letzten beiden Stichworten kann sie sich übrigens auch gut eine ökumenische Kooperation mit der katholischen Kirchengemeinde vorstellen. Gemeinsame Gottesdienste etwa bei Kirchweihen fände sie ohnehin naheliegend.

Den Konfirmanden möchte sie gerne einen Paten aus den Reihen der engagierten Gemeindeglieder zur Seite stellen, um den gelebten Glauben greifbarer zu machen. Die hier lebenden Asylbewerber werden ebenfalls nicht ausgeklammert: Gastfreundschaft gehört für sie zu den Selbstverständlichkeiten, eine bewusste Einladung zu Gottesdiensten oder zum Essen soll den Weg ebnen.

"Mir liegt viel daran, Mitmenschen zu einer Glaubenserfahrung zu verhelfen, wie ich sie einst selbst habe machen dürfen", sagt Ulla Knauer. Um dafür mehr Menschen zu erreichen als diejenigen, die der Kirche ohnehin nahestehen, steht ein neues Format für den Gemeindebrief ganz oben auf der Liste - mehr Platz, mehr Berichte, mehr Rückblicke, eine kleine Chronik eben, möglichst direkt in die Briefkästen verteilt.

Die neue Pfarrerin geht auf in ihrem Beruf. Das Besondere liege darin, Menschen im wahrsten Sinne des Wortes von der Wiege bis zur Bahre zu begegnen. Gottesdienste zu feiern, Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen zu gestalten und als Seelsorger zu wirken, das sind die Seiten, die sie schätzt. Auf andere geht sie gerne zu. Einen absolut verschwiegenen Gesprächsrahmen zu bieten, sei heute selten und deshalb so wichtig.

Der dienstliche Bereich des Pfarrhauses soll nach der Renovierung die dazu passende freundliche, einladende Atmosphäre ausstrahlen. Ihre Privatsphäre rund um die Familie will sie dagegen schützen. In der freien Zeit hat sie gerne Ausflüge und Wanderungen im Programm. Das Klavier steht bei ihr nicht so hoch im Kurs - Ulla Knauers Instrument ist die Stimme.
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