Vortrag über Heilpflanzen und alte Hausmittel - Brennnesseln als Vitaminlieferant
Zwiebel löst den Schleim

Kräuterexpertin Markusine Guthjahr zeigte bei ihrem Vortrag zum Thema "Wie Großmutter kurierte", wie Brennnesseln ihre brennbaren Stoffe verlieren - nämlich mit Hilfe eines Nudelholzes. Auch hatte sie viele selbst gemachte Tinkturen, Öle und Sirupe mitgebracht. Bild: aja
Lokales
Edelsfeld
05.03.2015
8
0
Mit allen Sinnen wollte Kräuterexpertin Markusine Guthjahr ihr Thema "Wie Großmutter kurierte - Brennnesseln, Meerrettich und Co." rüberzubringen. Bei ihrem Vortrag in Edelsfeld stellte sie bewährte Hausmittel und Heilpflanzen gegen Alltagsbeschwerden und zur Vorbeugung vor. Joelle Struffert von der Volkshochschule-Außenstelle Edelsfeld führte in einen spannenden und kurzweiligen Abend ein.

"Nicht alles, was früher gut war, ist heute auch noch ideal", erklärte Guthjahr und beleuchtete manch althergebrachtes Mittelchen kritisch. Sie ging auf die Geschichte der Pflanzenheilkunde ein. Allen voran stellte sie Hildegard von Bingen, die vor etwa 1000 Jahren gelebt hat. Sie habe die Pflanzenheilkunde entscheidend geprägt.

Große Verdienste haben laut Gutjahr auch die Klöster. Sie hätten entschieden, welche Pflanzen im Garten angebaut werden müssen: Pfefferminze, Salbei, Beifuß oder Blumen, wie etwa Lilien. Dieses Wissen sei dann in die bäuerliche Kultur übergegangen. "Manches ist zwar in Vergessenheit geraten, aber es kommt wieder", merkte die Kräuterspezialistin aus Königstein an. Anschließend nahm sie einzelne Kräutersorten unter die Lupe. "Sie sollten sich die Spitzenreiter Zwiebeln und Meerrettich merken. Die sind sehr gut gegen Erkältung. Die darin enthaltenen Scharfstoffe lösen Schleim und stärken die Atemwege", so Guthjahr.

Brennnesseln seien die wichtigsten Vitamin- und Mineralstofflieferanten, die es gebe. Deshalb: "Lassen Sie Brennnesseln im Garten stehen!" Rolle man mit einem Nudelholz über die Blätter, dann brennen sie nicht mehr. Man nehme eine Handvoll kleingeschnittene Brennnesseln und gebe sie in die fertige Suppe und lasse sie einmal aufkochen. Besonders lecker schmeckten auch Wildkräuter-Pizza und Kräuter-Maultaschen. "Brennnessel-Samen sind ein wahres Lebenselixier - sie machen aktiv", betonte die Kräuterfrau. Löwenzahn gelte als Bitterstoffdroge. Die Blätter sollten frisch verzehrt werden.

Nachdem sie die Gartenkräuter Majoran, Thymian und Spitzwegerich angeschnitten hatte, informierte die Kräuterexpertin, wie die Pflanzen richtig getrocknet, gelagert und verwendet werden. Zu guter Letzt gab es eine Kostprobe aus der goldenen Dose: Rosmarin-Kipferla - eine kalorien- und zuckerarme Köstlichkeit.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.