Wer kennt diesen Auftrag noch? Ohne etwas Süßes geht's nicht nach Hause
"Bringst ma a Kirwa mit!"

Lokales
Edelsfeld
01.08.2015
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Von der Wolfsfelder Anfang Mai bis zur Thansüßer Ende November listet der "Kirwakalender" wohl so ziemlich alle Kirchweihen im Landkreis auf. Es dürfte sich um mehr als 100 Feste handeln, die an den Wochenenden jede Menge feierwütige Kirwafreunde aus dem Amberg-Sulzbacher Land und darüber hinaus in die Kirwa-Orte locken.

Für die Kirwagemeinschaften die sich in den letzten Jahren in vielen Gemeinden gebildet haben, ist es geradezu eine Pflicht - natürlich eine gern getane - bei den Nachbarn auf die Kirwa zu gehen.

Man trägt, neudeutsch "Outfit" genannt, entweder Dirndl und Lederhose oder ein T-Shirt mit dem Aufdruck des Heimatdorfes. Zwar hat sich im Lauf der Jahre einiges geändert, vieles ist aber auch geblieben.

Ist die Entfernung heute kein Thema mehr, besuchte man früher nur die Kirwan der Nachbarorte. Der Weg wurde mit dem Rad oder per pedes zurückgelegt. Was heißen soll, beim Kirwabesuch konnte nicht die ganze Familie mit. Ganz Junge und gebrechliche Alte mussten daheim bleiben. "Bringst ma a Kirwa mit!", wurde dann den Glücklichen aufgetragen, wenn sie sich auf den Weg machten.

Bei vielen erntet man heute erstaunte Blicke ob dieser Bitte. Für die Eingeweihten aber ist klar: Die letzte Anlaufstelle des Kirwabesuchers soll der Kirwastand sein, der auch heutzutage auf keiner richtigen Kirwa fehlt.

Und dort füllt die nette Verkäuferin eine Tüte mit Köstlichkeiten, wie Schaumrollen, Makronen, gebrannte Nüsse, Waffeln und vielem mehr, lauter Sachen, die nirgends so gut schmecken. Da wird auf dem Heimweg die Versuchung groß, sich selbst noch ein Stück Kirwa zu gönnen.
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