Dr. Klaus Wallner referiert zum aktuellen Kenntnisstand im Kampf gegen Varroa
"Allheilmittel ist nicht in Sicht"

Vermischtes
Edelsfeld
29.02.2016
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Welche Rolle die Varroamilbe für die Völkerverluste bei Imkern spielt, untersucht Dr. Klaus Wallner von der Universität Hohenheim, der Landesanstalt für Bienenkunde. Über seine Befunde referierte er beim Bienenzuchtverein Edelsfeld.

Wallner sprach zunächst den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft an. Es würden tatsächlich Rückstände gefunden, hauptsächlich im Frühjahr und im zeitigen Sommer. Später seien sie kaum mehr nachweisbar. Das Bienensterben setze aber im Spätherbst und Winter ein. Zur Zeit der Obstbaum- und Rapsblüte zeige sich in den Bienenvölkern kaum eine messbare Beeinträchtigung.

Entscheidend für die Behandlung gegen die Varroamilbe sei der Sommer. "Hier muss erreicht werden, dass möglichst viele varroafreie Winterbienen heranwachsen können", erläuterte Wallner. Da sich die Milbenzahl im Frühjahr pro Monat etwa verdoppelt, sei ab Mitte Juli mit dem kritischen Befallsgrad zu rechnen.

Keine Brutwirkung


Für die Sommerbehandlung stünden verschiedene Präparate zur Verfügung. Eine Gruppe umfasst die ätherischen Öle, die leicht zu handhaben seien, aber keine Brutwirkung erzielten. Diese werde zwar mit Ameisensäure erreicht, deren Anwendung aber nicht jeder Imker beherrsche. Die "neue Wunderwaffe MAQS", bei der ein Gel in der Ameisensäure eingebunden sei, lasse durchaus auch Nachteile erkennen. So hielt es Wallner für bedenklich, die Streifen während der Trachtzeit zu benutzen. Zudem seien sie relativ teuer.

Stets würden neue Präparate gegen die Varroa gesucht, gefunden und teils auch wieder verworfen. "Ein Allheilmittel gibt es nicht. Nur eine genetische Selektion der Biene, damit sie die Varroa selbst aktiv bekämpft, wäre die Lösung", fasste Wallner zusammen. Bis dahin gebe es nur eine Möglichkeit: "Gemeinsam und flächendeckend zum gleichen Zeitpunkt mit den bekannten Mitteln die Varroa bekämpfen."
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