Edelsfelds Schulleiterin Brigitte Prochaska verabschiedet
Kreativität als Richtlinie

Der stellvertretende Schulamtsdirektor Heinrich Koch überreicht Brigitte Prochaska ihre Vereidigungsurkunde aus dem Jahre 1974 und wünscht ihr eine ruhige Zeit im Ruhestand. Bild: aja
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Edelsfeld
17.07.2016
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Wer Picasso für ein Pokémon hält, hat entweder in der Schule nicht gut aufgepasst oder die Quintessenz von Brigitte Prochaskas Abschiedsrede goldrichtig verstanden: "Es bedarf auch Kreativität, Eigensinn und Querdenkertum, um seine Fähigkeiten auszuleben", betonte die scheidende Rektorin der Sebastian-Kneipp-Schule Edelsfeld.

Die Abschiedsfeier an der Schule brachte auch noch andere Erkenntnisse: James Watt beispielsweise habe nie eine Schule besucht und dennoch die Dampfmaschine und so mancherlei andere Dinge erfunden. Die Welt könne nicht nur aus Einser-Typen bestehen, es brauche auch Menschen mit praktischen Talenten. "Kinder haben gewisse Fähigkeiten, die mit der Zeit wachsen können", so Prochaska weiter. Ihr sei es stets ein Anliegen gewesen, Kreativität von den Grundschülern ausleben zu lassen. Zudem habe sie auf die Philosophie von Kneipp gesetzt und den Kindern Brauchtum vermittelt. Seit 1974 ist sie als Lehrkraft im Amt. Doch zum 1. August 2016 wird sie in den Ruhestand gehen. Ob sie nun mit einem lachenden oder weinenden Auge die Schule verlässt, weiß sie selbst noch nicht genau. "Ich blicke zurück auf 42 Jahre Schulleben voller Höhen und Tiefen", meinte die Rektorin nachdenklich.

Eines ist sicher: Ihr Kollegium wird sie schmerzlich vermissen. Stephanie Lindner bezeichnete sie als "genialen Geniestreich" und Susanne Nowak nannte sie "Schulleiterin aus Leidenschaft". "Für mich ist ihre Ruhestandsversetzung ein komisches Gefühl: Die Schule Edelsfeld verbinde ich mit Frau Prochaska", sagte Heinrich Koch, stellvertretender Schulamtsdirektor, etwas wehmütig.

Zusammen mit Heidrun Lengemann sangen die Grundschüler ein selbst geschriebenes Lied, in dem sie sich fragten: "Wie soll es denn jetzt hier an unsrer Schule weiter gehen?" Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl dankte der Rektorin und hoffte, dass sie Edelsfeld in den letzten acht Jahren lieb gewonnen habe.

"Der Tag, als der Zirkus verboten werden sollte" hieß das Musical, das alle Schüler aufführten. Voll Freude stellten sie das Verhältnis zwischen Freiheit und Entfaltung auf der einen und Vorschriften und Behördenwillkür auf der anderen Seite dar.
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