Heimatabend auf dem Goglhof
Hans Pirner nimmt Unglücksfälle ins literarische Visier

Hans Pirner (rechts) und Theo Stümpfl gestalteten einen stimmungsvollen Heimatabend in der Stube des Goglhofs. Bild: hfz
Vermischtes
Edelsfeld
21.01.2016
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Der Wirts-Hans aus Bernricht hat es wieder getan. Er schrieb neue Geschichten auf, packte sie in seine Mappe und machte sich auf den Weg zum Goglhof. Und er kam nicht allein.

Eberhardsbühl. Ausnahmsweise nicht vor dem stattlichen Kachelofen, sondern zwischen den mit Eisblumen winterlich geschmückten Fenstern in der Mitte der Stube eröffnete der Mundarterzähler und Musikant Hans Pirner aus Bernricht einen Heimatabend zum Jahresauftakt auf dem Goglhof. Als musikalischer Partner begleitete ihn Theo Stümpfl auf der Gitarre.

Zum Einstieg spielten sie den Goglhof-Schottisch, den Evi Strehl vor einigen Jahren kreiert hat. Die Hausherrin Margarete Jäkel erzählte dann die "internationale" Geschichte und frühere Funktion des Klapptisches und der mit Weinlaubmuster bedruckten Stehlampe, an denene die Hauptakteure des Abends Platz gefunden hatten.

Bohnengenuss mit Folgen


Wieder einmal gab der Wirts-Hans seine neuesten G'schichten und Gedichte in unverfälschtem Oberpfälzer Dialekt zum Besten. Die passende Musik lieferte das routinierte Jura-Duo gleich mit. Seine hintersinnigen und "wahren Geschichten", teilweise mit deftigen Inhalten, reichten von der Vorweihnachtszeit bis zu den hör- und riechbaren Ergebnissen des bäuerlichen Lieblingsgerichts Bohnensuppe mit viel Speck.

Lieber einen Gummibaum


Ob es die unliebsame Begegnung des Christbaumdiebes war, der bis zum frühen Morgen vor Wildschweinen auf einem Baum Zuflucht nehmen musste und deshalb in Zukunft lieber seinen häuslichen Gummibaum schmücken wird, oder der Metzger, der den Schmied um den Lohn für das gelieferte Ladengitter prellen wollte: Spitzbuben bekamen ihre verdiente Abreibung vom Pirner Hans in Prosa oder Gedichtform.

Natürlich gerieten auch manche kleinen Unglücksfälle des täglichen und nicht ganz alltäglichen Lebens ins literarische Visier des Bernrichter Heimatdichters. So musste der Jäger Loisl beim Arzt seinen "hinterlistigen" Jagdunfall mit einem unbeabsichtigter Gewehrschuss wieder und wieder schildern, bis ihn der Doktor mit einem hochdeutschen Fachausdruck aus der Dialektfalle befreite. Ähnlich ging es dem bemitleidenswerten Patienten, der für den ständigen Juckreiz zwischen den Zehen vom Orthopäden einen überraschenden Therapievorschlag erhielt.

Zuhörer werden Mitsänger


Aufgelockert wurden die kurzweiligen Textbeiträge von den musikalischen Einlagen des Stümpfl Theo, der mit Schnaderhüpfln und Kehrreimen die Zuhörer zum Mitsingen animierte. Hermann Gnahn vom Freundeskreis Goglhof bedankte sich bei den Akteuren des vergnüglichen Heimatabends mit kleinen Präsenten.
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