Neue Gebühren bei der Abwasserbeseitigung
Bürger müssen zwei Kröten schlucken

Der Wasserzähler entscheidet ab jetzt über die Grundgebühr für die Entwässerung. Bild: aks
Vermischtes
Edelsfeld
04.02.2016
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Sie trägt den sperrigen Namen "Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung". Entsprechend schwer tat sich der Gemeinderat mit ihr. Bei den Edelsfeldern wird sich Begeisterung ebenfalls in Grenzen halten.

Zwei Kröten sind es, die die Bürger schlucken müssen: Die Einleitungsgebühr steigt auf 2,45 Euro pro Kubikmeter Abwasser; die Grundgebührstaffelung orientiert sich an der Größe des Wasserzählers und beginnt mit 30 Euro.

Holpriger Weg


Während die neue Einleitungsgebühr von den Edelsfelder Gemeinderäten unisono abgenickt wurde, ernteten Grundgebühr und Staffelsprünge zwei Gegenstimmen. Überhaupt erwies sich der Weg zu diesem Ziel als ungewöhnlich holprig.

Zum einen korrespondierten die vom beauftragten Experten Arno Bitterwolf in der Sitzung präsentierten Zahlen nicht mehr mit dem Material, das den Gemeinderäten vorlag. Zum anderen blieben einige ihrer Fragen und Hinweise im Raum stehen.

Bitterwolfs juristische Hinweise fruchteten durchaus, die sich eigentlich anbietende Variation der Stellschrauben Abschreibung, Wiederbeschaffungszeitwert, Verzinsung und Gebühren blieb jedoch irgendwie aus. Am Ende setzte Kämmerer Andreas Kredler die aus den Reihen der Räte genannten Zahlen zur weiteren Diskussion in die Excel-Tabelle ein.

Moderat Rücklagen bilden


Zuvor hatte sich im Wirrwarr der Begrifflichkeiten der Wunsch herauskristallisiert, zwar Rücklagen für den zukünftigen Fall der Fälle zu bilden - allerdings nicht in solch exorbitanten Größenordnungen wie es das Modell über den Wiederbeschaffungszeitwert ermöglichen würde. Auch Einleitungsgebühren im Bereich von vier bis fünf Euro wollte man den Verbrauchern keinesfalls zumuten.

Mit der schließlich gefundenen Regelung erscheint nicht nur das zwingende kostendeckende Wirtschaften gewährleistet, sondern auch eine moderate Rücklagenbildung auf einem Sonderkonto möglich. Nach der Sanierung der Kläranlage rechnet Bürgermeister Hans-Jürgen Strehl für eine absehbare Zeit ohnehin nicht mehr mit weiteren dicken Brocken.

Kalkulation gilt bis 2019


Neu ist die Berechnung der Grundgebühr nach Wasserzählergröße statt Objekt. Die allermeisten Haushalte finden sich dabei mit 2,5 Kubikmeter pro Stunde in der niedrigsten Kategorie zu 30 Euro wieder. Bis 6 m³/h sind 45 Euro zu berappen, bis 10 m³/h 60 Euro, bis 15 m³/h 75 Euro und darüber hinaus 120 Euro. Die Verzinsung liegt bei 4,5 Prozent. Nach Ablauf des festgelegten Kalkulationszeitraums 2016 bis 2019 werden die Edelsfelder Gemeinderäte sehen, ob sie mit ihrer Entscheidung richtig lagen oder ob an einer der Schrauben gedreht werden muss.
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