Ensdorfer Wanderfreunde erkundeten deutsch-böhmische Grenze
Wanderer mit Rundblick über Oberpfälzer und Böhmerwald

Freizeit
Ensdorf
07.10.2016
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(sön) Die deutsch-böhmische Grenze erkundeten die Ensdorfer Wanderfreunde. Unter Führung von Franz Kalz aus Stadlern startete die Tour beim historischen Grenzwirtshaus Gerstmeier in Friedrichshäng und führte als Erstes zur Ortschaft Plöß. 1945 mussten die etwa 1000 deutschsprachigen Bewohner das Dorf verlassen, 1952 wurde es vom kommunistischen tschechischen Regime dem Erdboden gleichgemacht. Den verwüsteten Friedhof mit seinen vielen deutschen Grabaufschriften setzte 1989 der Verein "Heimatgemeinde Plöß" weitgehend instand. Vorbei am Flor-Kreuz und am ehemaligen Rösslerhaus, in dem sich die tschechische Ausflugsgaststätte "Na Plesi" befindet, ging es zum Plattenberg mit tschechischem Radarturm, den verfallenen Ortschaften Hüttenbergl, Rappauf und Wenzelsdorf (einer der vielen Kasernenruinen entlang der Grenze) in Richtung Wüstung Bügellohe. Dies ist eine der verlassenen Siedlungen im deutsch-tschechischen Grenzgebiet bei Stadlern, die von der Vergangenheit zeugen. Im einzigen Haus (Fleischhackerhaus) des Orts, mittlerweile nur noch Ruine, ist eine Dokumentation über das Schicksal Bügellohes untergebracht. Sudetendeutsche hatten die Siedlung nach der Vertreibung 1946 nahe an der Grenze errichtet. Etwa 60 Menschen, die vorher in Wenzelsdorf und Rappauf gelebt hatten, fanden hier eine neue Heimat. Man wollte irgendwann zurück in die Heimatdörfer, was ein Wunschdenken geblieben ist. 1970 endete die Geschichte Bügellohes, der letzte Bewohner zog fort. Nächster Anlaufpunkt war der 1983 erbaute, 30 Meter hohe Böhmerwaldturm, mit 140 Stufen hinauf zur geschlossenen Aussichtskanzel und traumhaftem Rundblick über Oberpfälzer und Böhmerwald. Danach ging es erst entlang der Grenze, durch die historische Sautreibergasse, zurück zum Grenzwirtshaus Gerstmeier mit Einkehr. Fazit: Die Rundwanderung brachte nicht nur Einblick in eine intakte Naturlandschaft, sondern auch in die Geschichte mit viel Leben erfüllter blühender Orte. Bild: sön

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