Gitarristen-Duo Anna Hronova und Jan Hron im Kloster Ensdorf
So virtuose Musik ist in der Region selten zu hören

Gitarrenmusik auf höchstem Niveau boten in der Hauskapelle des Klosters die beiden Ausnahmegitarristen Anna Hronova und Jan Hron. Bild: sön
Kultur
Ensdorf
15.06.2016
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Wieder einmal musste ein Open-Air-Konzert vom Innenhof des Klosters nach drinnen verlegt werden. Dem Auftritt der beiden Ausnahmegitarristen Anna Hronova und Jan Hron kam das sogar entgegen: Die leisen, feinen Nuancen ihrer Kunst wurden durch die gute Akustik der Hauskapelle sogar noch gesteigert. Von Beginn an zelebrierten die beiden Tschechen aus der Nähe von Pardubice ein Gitarrenkonzert der Meisterklasse.

Von Virtuosität gefangen


Die fachkundigen Zuhörer waren gefangen von der Virtuosität und der Geschwindigkeit, mit der sie Milan Tesars "Suita Karussel" musikalisch umsetzten. Die drei Sätze hatten es in sich: Schwung holen, klanglich vom Boden in die Luft, um dann im Finale wieder sicher zu landen.

Mit "Cantique de Jean Racine" von Gabriel Fauré erlebten die Zuhörer Jan Hron als Arrangeur. Das Stück wurde ursprünglich für gemischten Chor und Orgel komponiert. So wie es für ein Gitarren-Duo bearbeitet wurde, könnte man fast meinen, es sei der Namensgeber für das vielseitige Spiel der beiden.

Da erstrahlte eine Klangvielfalt, bei der man fast vergessen konnte, dass die nur von zwölf Saiten kam. Mit den drei Sätzen der "Sonatina canonica op.196" von Mario Castelnuovo-Tedesco erklang auch Musik des 20. Jahrhunderts aus der Musica Nuova Italiens. Die Komposition verlangt Können und zeugt klanglich von der Freundschaft des Komponisten mit dem spanischen Gitarristen Andrés Segovia. Nach der Pause zeigten die beiden Gitarrenlehrer am Konservatorium in Pardubice, dass sie auch Musik des Barock beherrschen. Auf dem Programm standen Jean-Marie Leclair mit der Sonata in A-Dur und Antonio Vivaldis Andante RV 532, ein eher ruhiges Stück.

Die Klosteramsel singt mit


Da war sie dann doch, die Klosteramsel, die im Innenhof bei Konzerten Zuhörern und Künstlern immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert, wenn sie ihr Abendlied mit ins Programm mogelt. Und sie hatte sich keinen Geringeren ausgesucht als Wolfgang Amadeus Mozart. "Sechs deutsche Tänze KV 509" sind eigentlich für kleines Orchester besetzt, wurden aber vom Duo Cantique für die Gitarre adaptiert. "Mozart möge es verzeihen", meinte Jan Hron schmunzelnd.

Bevor es mit "La vida bréve" noch einen Klassiker vom Spanier Manuel de Falla zu hören gab, rundete eine Komposition von Francois Couperin den Barockreigen ab. Anhaltender Beifall war der Dank für meisterhaft interpretierte, exzellent und virtuos gespielte Gitarrenmusik, wie sie in der Region nur selten zu hören ist: Nicht zufällig waren auch Gäste aus Tschechien angereist. Verwaltungsleiter Jürgen Zach schaffte es noch, zwei Zugaben zu erbetteln. Mit einer eigenen Bearbeitung der Titelmelodie aus dem Film Schindlers Liste erfüllten die Künstler diesen Wunsch.
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