Jahresausstellung der Ensdorfer Künstler im Kloster
Unsichtbares sichtbar gemacht

Einblick in ihre Arbeit geben die Ensdorfer Künstler momentan in ihrer Jahresausstellung im Kloster. Die Besucher der Vernissage diskutierten munter über die Werke. Bild: sön
Kultur
Ensdorf
06.07.2016
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"Das gemalte Bild ist einzigartig und besitzt die Fähigkeit, Dinge sichtbar zu machen, wozu Fotografien nicht in der Lage sind": Was ihr Sprecher Gerd Seidel in wenigen Worten zusammenfasste, beweisen die Ensdorfer Künstler derzeit ausführlich in ihrer Jahresausstellung im Kloster Ensdorf.

Es ist die 13. Auflage dieser Präsentation. Bei deren Eröffnung betonte Seidel, Fotografien könnten nur abbilden, was tatsächlich zu sehen sei. Das Bild dagegen habe "den Anspruch, die visuelle Wahrnehmung des Künstlers aus dessen ganz persönlicher Sicht und Situation zu präsentieren".

Eindrücke würden personalisiert und fänden im künstlerischen Ausdruck eine neue Darstellung. Nur der Künstler, so fasste Seidel zusammen, sei im Stande, solche Aussagen zu treffen. Nur er könne ein Thema auf den Punkt bringen, "und uns in eine Welt führen, die jenseits von uns ist". Bürgermeister Markus Dollacker empfahl den Besuchern, innezuhalten, sich Zeit zu nehmen, über das Gesehene nachzudenken und sich zu fragen, was den Künstler beim Schaffen des Werkes bewegt hat. Den Ausstellern gebühre größter Dank dafür, "dass sie uns teilhaben lassen an ihren Werken".

Künstler seien Menschen, "die ihre Träume pflegen, ihnen eine Form geben, die Konturen ihrer Träume festhalten", sagte Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein. Dies ermögliche es, die eigenen Anliegen über das Sagbare, das bloße Rationale hinaus zu kommunizieren, "in der Hoffnung, dass die Gestalt der eigenen Gedanken, Gefühle, Herzensanliegen, bei anderen Resonanz auslöst - dass in den anderen etwas zu schwingen beginnt, dass eine Gemeinsamkeit entsteht, die über das unmittelbar Sagbare hinausgeht".

Liebenstein wünschte sich, dass die in den Bildern gestalteten Träume, Wünsche, Hoffnungen helfen, den Betrachtern ihre eigenen Sehnsüchte bewusst zu machen. Die Künstler seien zu Gesprächen bereit und für Fragen offen, lud Seidel zu einem Besuch der Ausstellung ein.

Jahresausstellung der Ensdorfer KünstlerIm Kreuzgang des Klosters zeigen derzeit die Ensdorfer Kunstschaffenden Eugenia Bär, Margot Babl, Petra Groß, Mechthild List, Bettina Scharr, Kurt Hügelschäffer, Siegfried Link, Gerd Seidel und Gastkünstlerin Leni Fromm ihre Arbeiten. Die zahlreichen Besucher der Vernissage ließen die Werke auf sich wirken und sich von den Künstlern deren Intentionen erläutern. Die Ausstellung kann noch bis Sonntag, 31. Juli, täglich von 9 bis 18 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei. Am Sonntag, 26. Juli, sind die Künstler ab 14 Uhr selbst anwesend, um mit Besuchern ins Gespräch zu kommen. (sön)
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