Josefi-Feier in Ensdorf
Ein Prosit auf alle Seppn

Natürlich spielt für die Seppn auch die Musik - wie hier im vergangenen Jahr der Leikam Josef mit seinem Akkordeon. Archivbild: bab
Kultur
Ensdorf
09.03.2016
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In Österreich haben die Kinder an diesem Tag heute noch schulfrei. Bayern hat Josefi als Feiertag vor vielen Jahren abgeschafft. Die Ensdorfer zelebrieren ihn trotzdem ausgiebig. Und das sogar zweimal: in der Kirche und im Wirtshaus.

Thanheim. 2012 hatte es nach 39 Jahren Pause in der Gemeinde endlich wieder eine Josefi-Feier gegeben. Diese Tradition wird auch heuer aufrechterhalten: Am Josefitag, Samstag, 19. März, um 9.30 Uhr zelebrieren Pfarrer Josef Fromm und Kaplan Pater Josef Wenzl einen Gottesdienst in der Bartholomäus-Kirche zu Ehren des heiligen Josefs. Er ist nicht nur Patron der gesamten katholischen Kirche, sondern auch Schutzheiliger der Schreiner, Handwerker, Zimmerleute und Holzhauer.

Tradition neu belebt


Eingeladen zur Josefi-Feier in der Filialkirche Thanheim und zum anschließenden gemütlichen Beisammensein mit Brotzeit und Musik im Gasthaus Zur Dorfschmiede sind alle Josefs, Beppn und Seppn sowie alle Josefas und Josefinen. Als Organisatoren fungieren Josef Reindl aus Ensdorf und Josef Donhauser aus Thanheim. Im Wirthaus heißt es dann wieder: "Trink ma auf die Seppn!" beim Prosit auf den Namenstag.

Nachdem das letzte Josefi-Treffen mit dem damaligen Ensdorfer Pfarrer Pater Rieshofer 1973 stattgefunden hatte, wurde im Dezember 2011 am Stammtisch die Idee geboren, diese Tradition neu aufleben zu lassen - und künftig wieder jedes Jahr eine Josefi-Feier zu organisieren. Heuer geschieht dies zum fünften Mal.

"1621 wurde der 19. März als Josefstag zum allgemeinen kirchlichen Feiertag erklärt", informiert Organisator Donhauser. Bis 1968 war dieser Tag allgemeiner Feiertag in Bayern. In Österreich haben die Schulkinder heute noch schulfrei, merkt Donhauser an: "Leider wurde in Bayern der Josefi-Feiertag unter der Regierungszeit von Ministerpräsident Alfons Goppel abgeschafft."

Sogar eine eigene Partei


1972 sei die Königlich-Bayerische Josefspartei gegründet wurde, deren oberstes und einziges Ziel es sei, den Josefstag wieder zum Feiertag zu machen. Weltweit habe diese Vereinigung über 6000 Mitglieder, darunter Franz Josef Maget von der bayerischen SPD. Auch der emeritierte Papst Benedikt XVI., Josef Ratzinger, blieb von der Partei nicht unberührt.

Gespannt sind die Organisatoren Josef Donhauser und Josef Reindl, wie viele der rund 75 Josefs, Josefas und Josefinen aus dem Gemeindebereich heuer zur Feier kommen. Nach dem Gottesdienst treffen sich alle zu einem Frühschoppen mit Bier, Weißwürsten, Brezen und zünftiger Musik - um sich Erinnerungen zu widmen und zu bedauern, dass der Josefi-Tag in Bayern kein Feiertag mehr ist. Auf die ältesten und die jüngsten Josefs und Josefinen warten Geschenke.
Leider wurde in Bayern der Josefi-Feiertag unter der Regierungszeit von Ministerpräsident Alfons Goppel abgeschafft.Josef Donhauser
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