Anna Froschum hat in 100 Jahren viel mitgemacht - Aus dem Sudetenland vertrieben
Im Ersten Weltkrieg geboren

Landrat Richard Reisinger (rechts) und Bürgermeister Markus Dollacker (links) gratulierten Anna Foschum zum 100. Geburtstag. Hinten mit im Bild auch die Kinder der Jubilarin, Monika und Walter. Bild: sön
Lokales
Ensdorf
06.10.2015
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(sön) Im Kreise ihrer Familie feierte am Montag Anna Foschum ihren 100. Geburtstag in der Cafeteria des BRK-Seniorenheims St. Jakobus. Landrat Richard Reisinger überreichte ihr neben einem Präsent mit den besten Wünschen die goldene Landkreismedaille mit Ehrenurkunde.

"Sie haben ein Alter erreicht, das nicht vielen vergönnt ist", sagte Bürgermeister Markus Dollacker, als er mit einem Geschenk und Blumen im Namen der Gemeinde Ensdorf gratulierte. Er freue sich, im Auftrag von Ministerpräsident Horst Seehofer ein Glückwunschschreiben und die Silbermedaille der Patrona Bavariae überreichen zu können.

Früh Halbwaise

In Repeschin im Sudetenland wurde Anna Foschum am 5. Oktober 1915 als jüngstes von sechs Geschwistern des Ehepaars Hansl geboren. Aufgewachsen auf dem elterlichen Bauernhof, verlor sie bereits als Kind ihren Vater, der zum Ende des Ersten Weltkriegs in der Herzegowina fiel. Im Mai 1939 heiratete sie in Sablat den Maurer Franz Foschum. Das junge Ehepaar zog nach Krumau. Hier kamen im folgenden Jahr der Sohn Max und 1942 sein Bruder Walter zur Welt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg als Sudetendeutsche aus der Tschechoslowakei vertrieben, schlug sich Anna Foschum mit ihren Söhnen nach Pilsheim durch. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft kam auch Franz Foschum dorthin und fand Arbeit im Kalkwerk Vilshofen. 1955 wurde dem Ehepaar die Tochter Monika geboren und die Familie übersiedelte nach Vilshofen.

Schon eine Ururenkelin

Einen großen Einschnitt bedeutete für die Familie der Tod des Ehemanns und Vaters, der 1963 im Alter von 52 Jahren an einem Herzinfarkt starb. Vor zehn Jahren zog die Jubilarin ins BRK-Seniorenheim, wo sie ihren Lebensabend verbringt. Bis zu der Zeit führte sie ihren Haushalt alleine, unterstützt von ihrem Sohn Walter, der mit seiner Familie in Rieden lebt. Ihr Sohn Max starb 2005, ihre Schwester, die ebenfalls im Ensdorfer Seniorenheim lebte, im Jahr 2008. Anna Foschum kann sich über sechs Enkelkinder, sechs Urenkel und eine Ururenkelin freuen.
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