Auf den Spuren der Schönheit

Die Sinne entdecken im Landratsamt (gfr) Eine Riesengaudi hatten diese fünf jungen Amerikaner im "mobilen Erfahrungsfeld" im Landratsamt. Mit Seilen mussten vier Personen das "A" ausbalancieren, mit dem der Fünfte dann durch Gewichtsverlagerung versuchte, vorwärts zu gehen. Im Foyer dürfen Besucher Verborgenes ertasten, auf dem Barfußweg über Holz, Steine oder Metall laufen. Kaum zu glauben, dass in einer kupfernen Schale das Wasser zu "springen" beginnt, wenn man an den Messinggriffen ordentlich reibt
Lokales
Ensdorf
08.07.2015
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Was ist schön? Eine Frage, mit der sich zur Eröffnung der Jahresausstellung der Ensdorfer Künstler deren Sprecher Gerd Seidel auseinandersetzte. Sein Fazit: "Eine Welt ohne Schönheit wäre eine schreckliche Welt."

(sön) Was ist ein schönes Bild? Welche Maßstäbe können oder müssen wir anlegen? Gerd Seidel stellte bei der Vernissage nicht nur diese Fragen in den Raum, sondern beantwortete sie auch gleich.

Subjektives Empfinden

Im Alltag werde meist als "schön" bezeichnet, was einen besonders angenehmen Eindruck hinterlasse. Die Unterscheidung vom Schönen und dem "nur" Hübschen, dem das Besondere fehle, sei nicht immer leicht, meinte Seidel - das zeige die Komplexität des Themas. Entscheidend dabei sei, "dass jedes Kunstwerk jeden einzelnen in unterschiedlichster Weise anspricht". Dies heiße, dass jeder Mensch seine subjektiven Empfindungen habe, die durch viele Faktoren beeinflusst werden - abhängig vom ersten Eindruck, von der momentanen Stimmungslage. Und damit auch veränderbar.

Zeitgeist und die aktuelle Mode prägten die Menschen. Auch durch die Medien werde das Schönheitsempfinden stark beeinflusst "und marktgerecht gemacht".

Schönheit ist wichtig

Als weitere Faktoren seien die kulturelle Zugehörigkeit zu sehen ("Denn jede Kultur hat ihre eigenen Maßstäbe für das Schöne"), wie auch die Epoche, in der wir leben. So seien die Bilder der Impressionisten und der Expressionisten zu deren Zeit sehr umstritten gewesen, würden aber heute als schön und wertvoll betrachtet. Seidel fasste zusammen: "Eine Welt ohne Schönheit wäre eine schreckliche Welt." Deshalb "ist Schönheit doch existenziell und wichtig - gerade heute ein überaus interessantes Phänomen". Bürgermeister Markus Dollacker dankte den Künstlern dafür, "dass sie uns teilhaben lassen an ihren Werken, dass sie uns diese zeigen". Er sei überzeugt, dass der Kreuzgang des Klosters einen würdigen Rahmen für die Jahresausstellung abgebe. Die Urheber seien für Gespräche und Fragen offen: Damit lud Seidel zu einem Besuch der Ausstellung ein. Hier zeigen die Ensdorfer Kunstschaffenden Margot Babl, Petra Groß, Eugenia Bär, Bettina Scharr, Kurt Hügelschäffer, Siegfried Link, Gerd Seidel und Gastkünstler Gerhard Grünwald aus Schwandorf ihre Arbeiten. Die zahlreichen Besucher ließen diese auf sich einwirken und sich die Intentionen der Künstler erläutern.
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