Borkenkäfer frisst sich grenzenlos satt

Sichtbare Kronenverfärbungen sind klare Zeichen eines startenden Borkenkäfer-Befalls, wie hier bei Leidersdorf. Bilder: hfz (2)
Lokales
Ensdorf
10.09.2015
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Maschinengeräusche hallen seit einigen Tagen zwischen Wolfsbach und Leidersdorf durchs Vilstal. Der aufmerksame Autofahrer konnte den Grund auf seinem Weg in die Arbeit von der Straße aus über das Schauspiel der Baumkronenverfärbung miterleben. Was steckt dahinter?

Erst ein punktuell matter werdendes Grün, das dann innerhalb weniger Tage in ein weithin sichtbares großflächiges Rot umschlug. Der Borkenkäfer gab den dürstenden Fichten den Todesstoß. Die Bayerischen Staatsforsten und der Amberger Forstbereich des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) schlagen deshalb gemeinsam Alarm. In einer Mitteilung rufen sie alle Waldbesitzer auf, ihre Wälder auf den beschriebenen Befall hin zu überprüfen. Revierleiter Fritz Bieber von den Bayerischen Staatsforsten war wachsam genug, um die Schadholzaufarbeitung bei Leidersdorf sofort in Angriff zu nehmen. Im sogenannten Wassertal mussten in ganzen Hangteilen vom Borkenkäfer befallene Fichten gefällt werden. "Die lange Sommerhitze ohne nennenswerte Regenfälle war zu viel für die Fichten auf den sonnseitigen, flachgründigen Hangstandorten. Die Geschwindigkeit der Schadensentwicklung habe ich so noch nicht erlebt", beschreibt Forstbetriebsleiter Thomas Verron gegenüber der Amberger Zeitung die Lage. "Die Problematik beschränkt sich keineswegs nur auf diesen Raum, sie ist in ähnlichen Standortslagen allerorten zu sehen."

Auf kurzem Weg verbündete man sich zum gemeinsamen Weckruf. Forstoberrätin Helga Verron vom AELF Amberg, zuständig für das Borkenkäfermonitoring im Privat- und Körperschaftswald, hat jetzt mit ihren Revierleitern die schwierige Aufgabe, alle Waldbesitzer zu aktivieren. "Der Borkenkäfer kennt keine Grenzen, überall muss zum Schutz der Nachbarwälder unumgänglich aufkeimendes Borkenkäferholz eingeschlagen und aus dem Wald gebracht werden", weist sie auf die Solidargemeinschaft hin. Nur gemeinsam könne man einer sich neu aufschaukelnden Massenvermehrung begegnen.
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