Da stand der Bau schon

Im Vorfeld seiner Sitzung informierte sich der Gemeinderat bei einem Ortstermin in Seulohe. Bild: tra
Lokales
Ensdorf
28.05.2015
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Den Bauantrag erst einreichen, wenn das Objekt bereits fertiggestellt ist: So geht es nicht. Darauf machte der Ensdorfer Gemeinderat aufmerksam. Etwas dagegen tun konnte er in einem aktuellen Fall allerdings nicht.

Im Vorfeld ihrer Sitzung trafen sich die Ensdorfer Räte mit Bürgermeister Markus Dollacker in Seulohe am Anwesen von Josef Richthammer. Grund dafür waren vorliegende Anträge für die bereits erledigte Baumaßnahmen, die dann auch in der Sitzung Thema waren.

Vom Plan abgewichen

Konkret ging es um einen Bauantrag für ein bereits errichtetes Hackschnitzel- und ein Gerätelager sowie um eine Änderung an einer Garage mit Laube und Toranlage. Bei einer Baukontrolle hatte das Landratsamt festgestellt, dass von den genehmigten Plänen abgewichen wurde.

Weil ihm nach geltendem Baurecht nichts anderes übrig blieb, stimmte das Gremium den Anträgen zu. Allerdings gaben die Räte klar zu verstehen, dass es nicht angehe, Anträge erst nach Fertigstellung einer Maßnahme einzureichen. Zur Auflage machten sie dem Antragsteller, dass die Dachentwässerung auf dem eigenen Grundstück erfolgen muss.

Diskussionsstoff bot das Ausschreibeverfahren zur Ersatzbeschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges HFL 20 für Ensdorf. Der Gemeinderat hatte dem Austausch des in die Jahre gekommenen LF 8 bereits zugestimmt, jedoch keinen offiziellen Beschluss gefasst. Der Ersatz soll die Norm HLF 20 erfüllen. Da die Kosten je nach Ausstattung zwischen 340 000 und 420 000 Euro liegen, ist eine europaweite Ausschreibung Pflicht. Um dabei keine Formfehler zu begehen, muss ein Fachbüro eingeschaltet werden. Die Verwaltung schlug das Ingenieurbüro für Brandschutztechnik und Gefahrenabwehrplanung GbR aus Heilsbronn vor. Es arbeitet bereits mit der Stadt Hirschau zusammen, die ebenfalls ein HLF 20 kaufen will. Durch eine gemeinsame Ausschreibung würde sich der staatliche Förderbetrag erhöhen.

Beschluss wird nachgeholt

In der Aussprache schlugen einige Räte vor, statt des HLF 20 zwei Löschfahrzeuge unter 7,5 Tonnen zu beschaffen, die mit dem Standard-Führerschein gefahren werden dürfen. Das wäre nach Aussage von Bürgermeister Markus Dollacker die teuerste Lösung. Außerdem müsse man aufgrund des demografischen Wandels an die nötige Einsatzstärke denken. Letztlich wurde der Auftrag bei vier Gegenstimmen an das Fachbüro vergeben. In der nächsten Sitzung soll der Beschluss zur Beschaffung des HFL 20 nachgeholt werden.
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