Der Landkreis verliert Millionen

Als "Überzeugungstäter" in Sachen erneuerbare Energien stellte Landrat Richard Reisinger (stehend) Regierungspräsident Axel Bartelt (Zweiter von links) ZEN-Fördervereinsvorsitzenden Markus Dollacker (links) und dessen Stellvertreter Richard Gaßner (rechts) vor. Bild: sön
Lokales
Ensdorf
02.10.2014
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Weniger verbrauchen, besser nutzen und anders erzeugen - diese Losung gibt Gerhard Kopf, Geschäftsführer des Zentrums für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit (ZEN) Ensdorf aus: Allein die Geldabflüsse durch Energie-Import liegen im Landkreis bei 500 Millionen Euro im Jahr.

(sön) "Alle, die hier sitzen, sind seit vielen Jahren Überzeugungstäter in Richtung erneuerbare Energien": So stellte Landrat Richard Reisinger die Vorstandsmitglieder des ZEN-Fördervereins Regierungspräsident Axel Bartelt vor. Die Energiewende, "ein Thema das uns auf den Nägeln brennt", werde es nicht zum Nulltarif geben, betonte der Landkreis-Chef: "Da sind wir alle gefordert" - etwa, um bei der Windkraft Standorte zu finden, die Mensch und Natur am wenigsten beeinträchtigen.

Vom Salz zur Energie

Bürgermeister und ZEN-Fördervereinsvorsitzender Markus Dollacker merkte mit einem Blick zum Deckengemälde des Fürstensaals an, dass vor 300 Jahren die Salzgewinnung das beherrschende Thema gewesen, "so ist dies heute die Umstellung auf erneuerbare Energien". Geschäftsführer Gerhard Kopf erläuterte die Arbeit und Aktionen des ZEN - 2007 durch Ehrenamtliche als lokales Projekt gegründet.

Im Jahr darauf sei die Geschäftsstelle in der ehemaligen Klostergaststätte eröffnet worden, "die uns die Gemeinde Ensdorf kostenfrei zur Verfügung stellt". Die Arbeit des ZEN wurde laut Kopf zu Beginn über zahlreiche Preise finanziert. Seit Dezember 2012 sei sie durch Zuwendungen des Landkreises gesichert.

Kopf wies auf weitere mögliche Energieeinsparung im Verkehr, durch Altbau-Sanierung und beim Strom hin: "Alleine ein PC verbraucht in unnötigem Standby-Modus knapp 100 Euro im Jahr." Sonnen-, Windkraft, Biogas und Holz seien Potenziale, bei denen das Geld in der Region bleibe. Auf Energieeinsparung und Effizienzsteigerung zielt das integrierte Klimaschutzkonzept ab, das Energieberater Benjamin Standecker vorstellte. Beeindruckend nannte Regierungspräsident Axel Bartelt die Ausführungen zum ZEN, "das noch dazu durch Privatinitiative zu einer sehr frühen Zeit entstanden ist - ein Vorbild für die Region".

Der einfachste Weg

Die freiwilligen Leistungen des Landkreises für das ZEN fußten auf dessen energiepolitischem Leitbild, machte Landrat Richard Reisinger deutlich: "Der simpelste Weg, um unabhängig und neutral in Richtung erneuerbare Energien zu gehen." Ihn werde der Landkreis mit der Einstellung eines Klimaschutzmanagers für des ZEN, "der jedoch beim Landkreis angestellt sein wird", weitergehen.
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