Die Schule als Genossenschaft

Rektorin Helga Gradl, die Vorstände der Raiffeisenbank Unteres Vilstal, Dr. Michael Doblinger (hinten, von rechts) und Karl Schlagbauer (hinten links), sowie Bürgermeister Markus Dollacker (hinten Mitte) gratulierten den ersten Aufsichtsräten der Schülergenossenschaft "Der Grüne Daumen", Dominik Rost, Paul Göldner und Lara Schwarzenberger, Vorstandsmitglied Rico Fendley sowie den Gründungsmitgliedern Alisa Weinzierl, Celin Kühnhardt und Quirin Frank (vorne, von links), Nadine Domogalla und Paula Rubenbauer
Lokales
Ensdorf
28.04.2015
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Aus einer Gemeinschaft wird eine Genossenschaft: Als solche produziert die Mittelschule Ensdorf künftig in ihrem eigenen Garten Obst und Gemüse - und vermarktet es dann auch.

(sön) "Als Umwelt- und Energieschule versuchen wir, den Klimaschutz voranzubringen", betonte Rektorin Helga Gradl, als am Freitag "Der grüne Daumen", die Schülergenossenschaft der Mittelschule, ins Leben gerufen wurde. Ihre Aufgabe soll es sein, Produkte - überwiegend aus dem eigenen Schulgarten - zu produzieren und zu vermarkten. "Zudem wollen wir anderen zeigen, dass das eigene Obst und Gemüse sehr gut schmeckt und auf vielfache Art und Weise zu verarbeiten ist", betonte Gradl.

Nicht nur Schülern, sondern auch anderen Interessenten würden die Produkte angeboten, kündigte die Rektorin an. Dies soll bei Schul- und Gemeindefesten, aber auch über Medien wie die eigene Homepage realisiert werden.

Idee aus dem Garten

Kurz blickte Gradl zurück: Die Idee zu diesem Projekt sei bei der Neugestaltung des Schulgartens geboren worden. Um die Verantwortlichen mit dem Thema Genossenschaft vertraut zu machen, kamen Franz Penker vom Genossenschaftsverband Bayern und Karl Schlagbauer, Vorstand der Raiffeisenbank Unteres Vilstal, in die Schule. Letzterer "wird zukünftig die Schülergenossenschaft betreuen", berichtete die Rektorin.

Die Gründungsmitglieder der Schülergenossenschaft, alles Siebtklässler, stellten die Geschäftsidee und die Rechtsform des "Grünen Daumens" vor. Für die Form der Genossenschaft habe sich die Schule entschieden, weil ihr die Idee einer solidarischen und demokratischen Gesellschaftsform, bei der im Vordergrund nicht die Gewinnmaximierung, sondern gemeinschaftliches Denken im Sinne der Mitglieder steht, gut gefallen habe. Sie hatten aufmerksame Zuhörer - auch bei den Sechstklässlern, die als Nachfolger die Genossenschaft weiterführen sollen. Begriffe wie Vorstand, Aufsichtsrat und Mitgliederversammlung wurden erläutert.

Wie in einem echten Unternehmen wurden die Schüler mit vielen Handlungsfeldern wie Marktforschung, Produktentwicklung und Kalkulation, Einkauf, Produktion, Vertrieb, Marketing, Logistik und Personal konfrontiert.

Alles ganz offiziell

Rektorin Helga Gradl stellte das im Kunstunterricht gefertigte Firmenlogo und die von den Gründungsmitgliedern erarbeitete umfangreiche Satzung vor. Nach deren einstimmiger Genehmigung wurden die Gründungsmitglieder zur Unterzeichnung gebeten. Die Wahl zum Aufsichtsrat hatte folgendes Ergebnis: Dominik Rost ist Vorsitzender, Paul Göldner sein Stellvertreter und Lara Schwarzenberger Schriftführerin. Als Vorstände wurden Kevin Erler und Rico Fendley gewählt.

"Somit ist die Genossenschaft gegründet", unterstrich die Rektorin. Neue Mitglieder würden gerne aufgenommen. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem ,grünen Daumen'", bekannte sie - "denn ich erwarte, dass durch die Arbeit mit der Schülerfirma im Hinblick auf das bevorstehende Berufsleben wertvolle und nützliche Erfahrungen gesammelt werden können".
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