Eggenbergfest ab dem Wochenende - 300 Jahre Wallfahrt
Letzte Bergkirchweih

Die idyllisch auf dem Eggenberg bei Ensdorf gelegene Wallfahrtskirche lädt am Sonntag zur letzten der beliebten Bergkirchweihen im Landkreis Amberg-Sulzbach ein. Bild: sön
Lokales
Ensdorf
15.09.2015
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(sön) Am dritten Wochenende im September wird die letzte der Bergkirchweihen im Landkreis gefeiert - das Eggenbergfest. Die dortige Kirche ist dann wieder Ziel vieler Pilger, Wanderer, Radfahrer und auch Anlass zu Familientreffen.

Viele ehemalige Ensdorfer zieht es an diesem Tag wieder zurück in ihren Heimatort und zur Wallfahrtskirche. In der Eggenberg-Festwoche werden täglich um 18 Uhr Gottesdienste gefeiert.

Auf eine über 300-jährige Tradition kann der Eggenberg als Wallfahrtsort zurückblicken. Das idyllisch am Rande des Hirschwalds gelegene Kirchlein, die Vierzehn-Nothelfer-Kapelle, wurde 1699 geweiht. Sie steht beim Eggenbergfest eine ganze Woche im Mittelpunkt des kirchlichen Lebens der Pfarrei Ensdorf.

Verehrt von der Bevölkerung wurde bereits im 17. Jahrhundert ein an einem Baum angebrachtes Marienbild. Pater Dr. Hans Zitzelsberger berichtete in seiner Chronik von Ensdorf: "Es entstanden dann ein Marterl oder ein kleines Kapellelein, also eine ganz kleine Kapelle, vielleicht in Form eines aufgemauerten Marterl, welches das Marienbild enthielt." Mit Opfergeldern vom Marterl, Spenden und eigenen Mitteln ließ dann ab 1698 der Eggenbergbauer Johann Forster von Baumeister Martin Funk das Gotteshaus errichten. Als Kirchenpatrone wurden auf Anraten des Hofrichters Rümerlein die Vierzehn Nothelfer verehrt. Sie sind auf einem Ölbild verewigt, das Forster für die Inneneinrichtung stiftet. Es ist heute noch erhalten und das Jahr über in der Kirche Hofstetten.

1701 wurde der Altar aufgestellt, 1703 in Amberg vom Orgelbauer Johann Conrad Vogl eine Orgel gekauft. Schlimmes gab es 1702 zu berichten: Damals wurde der äußere Opferstock "von einem heimblichen Räuber" zerschlagen. Chronist Dr. Zitzelsberger vermeldet: "Ähnliches oder Schlimmeres hat sich bis heute zugetragen."

So reichlich flossen die Wallfahrtsopfer auf dem Eggenberg, dass von 1710 an vom Opfergeld - das war damals so üblich - Kredite gewährt werden konnten. Als 1732 die Kirche für den Pilgerstrom bereits zu klein war, ermöglichten diese Spenden einen Erweiterungsbau, der Mittelteil der heutigen Kirche. 1793 wurde dann der heutige Altarraum ergänzt.
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