Ein Gänsehaut-Erlebnis

Die jungen Musiker spielten auch auf H2O-Instrumenten - zum Teil aus Recycling-Materialien gefertigt, die aus verschmutzten Seen und Flüssen gefischt wurden und überraschend gut klingen. Das Programm spannte den Bogen von zeitgenössisch-klassischen Werken über afrikanische Gospels bis zum Bollywood-Song Tum Hi Ho. Bilder: sön (2)
Lokales
Ensdorf
20.10.2015
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Musikbegeisterte junge Leute aus mehreren Kontinenten vereint das internationale Projekt "Weltweite Klänge". Im voll besetzten Wittelsbacher Saal nahmen sie das begeisterte Publikum mit auf eine musikalische Reise.

(sön) Melodien aus Indien, Paraguay, Kolumbien, Simbabwe, den Philippinen und Europa überwanden Grenzen. "Musik ist ein lindernder Balsam für die Seele" und "hat mir im Leben schon bei vielem geholfen", so formulierte es Musikstudentin Chriselle Meghana Mendonça (20) aus dem indischen Goa, die damit auch den anderen jungen Talenten aus der Seele sprach.

Für zwei Wochen wurden die Musiker nach Deutschland eingeladen, erarbeiteten hier ein abwechslungsreiches Konzertprogramm. Unter der Anleitung professioneller Dirigenten studierten sie sowohl klassische als auch moderne Stücke aus ihren Herkunftsländern ein. Eine Premiere, betonte ihre Sprecherin Christina Zetlmeisl, "denn seit Bestehen des Orchesters hat es noch nie eine öffentliche Generalprobe gegeben".

Im Bildungshaus des Klosters hatte das Ensemble die Übungstage verbracht. Hausherr Pater Christian Liebenstein freute sich darüber, "und dass wir an der Generalprobe Anteil haben dürfen". Inhaltlicher roter Faden war "The Armed Man - A Mass for Peace" von Karl Jenkins. Die 20 Musiker und 17 Sänger schafften es von Anfang an, über ihre Musik eine Friedensbotschaft zu übermitteln.

Egal, wie nachdenklich stimmend die kleine Trommel und die Trompete am Anfang an den Krieg erinnerte: Das Kyrie war eine einzige Bitte der Menschheit um die Vergebung Gottes. Sanktus, und noch mehr Benediktus, erzeugten Gänsehaut und hätten die Akustik der großen Pfarrkirche verdient - so gewaltig waren Komposition und Umsetzung. Zwischen die Messteile waren immer wieder a-capella-Stücke des Chores eingebaut. Der südamerikanische Beitrag aus Paraguay hätte sich auch als Filmmusik für einen Dokumentarfilm geeignet. Beeindruckend das Stück "Che valle Piryumi" aus Paraguay, das mit H2O-Instrumenten gespielt wurde. Stehenden Applaus zollten die Zuhörer - die logische Folge einer grandiosen Leistung der jungen Musiker aus Indien, Paraguay, Kolumbien, Zimbabwe, Russland, den Philippinen, der Schweiz und Deutschland unter der Stabführung von Dirigent Max Röber.
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