Hirschwald feiert Johannes

In Hirschwald, inmitten des gleichnamigen Naturparks, wird morgen Kirchweih gefeiert. Bild: tra
Lokales
Ensdorf
19.06.2015
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Von hier hat der Naturpark seinen Namen: Morgen wird im Ort Hirschwald Johannis-Kirchweih gefeiert. Vielleicht gibt es ja am Biertisch neue Erkenntnisse zu einer rätselhaften Hirschwalderin - dem Mädchen im Sarg.

Die Überreste des Mädchens zeigen, dass es 145 Zentimeter groß war. Sie wurden im Kirchengewölbe gefunden. Über die Herkunft der Unbekannten bestehen nur Vermutungen, aber keine sicheren Erkenntnisse.

Messe und Freiluft-Fest

Der Kirchweih-Gottesdienst wird morgen um 18 Uhr in der Kirche gefeiert, deren Patron Johannes der Täufer ist. Pfarrer Hermann Sturm ist der Zelebrant, die Musikanten von Georg Bayerl begleiten ihn. Der weltliche Teil läuft wieder am Platz vor dem Torbogen, der zurzeit renoviert wird und deshalb für den Verkehr gesperrt ist. Bereits ab 17 Uhr und nach dem Gottesdienst spielen die Blechernen Sait'n. Die DJK Ensdorf bewirtet die Gäste.

Eine Kirche wird in Hirschwald, das früher Gumpenhof oder Gumpendorf genannt wurde, 1456 erstmals erwähnt. Sie dürfte aber tatsächlich viel älter sein. Seit 1456 ist auch bezeugt, dass dort jeden vierten Sonntag im Monat Gottesdienst gefeiert wurde. Bei Jagden sollte der "Waidhaufen" (Jagdgesellschaft) eine Messe haben, die ein Pater aus Ensdorf hielt, "damit nichts geschieht".

Kurfürstliches Jagdschloss

Im 16. Jahrhundert wurde unter der Statthalterschaft von Pfalzgraf Friedrich, dem späteren Kurfürst Friedrich II., Gumpenhof in das kurfürstliche Jagdschloss Hirschwald umgewandelt. Die kurfürstlichen Forstmeister fanden im 17. Jahrhundert in der Kirche ihr Grab. Das Schlösschen erwarb 1738 der Forstmeister Carl Huber. Auch die übrigen Bauten gingen in Privatbesitz über. Die Kirche aber blieb bis heute Eigentum der Forstverwaltung. 1736 bis 1738 wurde sie renoviert und umgebaut, dann wieder 1881 und 1908. Bei einer weiteren Überarbeitung 1968 bis 1972 wurde im Altarraum ein Ziegelgewölbe gefunden - mit den Überresten eines toten Mädchens in einem unversehrten Kiefernholz-Sarg. Kostbar im Innern der Kirche ist die seltene Darstellung "Anna Selbdritt".
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