Jugend plant Eurotopia

Viel Spaß hatte diese junge Italienerin auf dem Energiefahrrad, angeleitet von ZEN-Mitarbeiter Karl-Heinz Hofbauer. Bild: sön
Lokales
Ensdorf
17.04.2015
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Etwas skeptisch war Klimaschutz-Koordinatorin Katharina List zunächst schon. Schließlich ist die Projektsprache Englisch: Neben acht Jugendlichen aus dem Gregor-Mendel-Gymnasium Amberg besuchten 42 Gastschüler aus Frankreich, Italien, Spanien und Dänemark sowie zehn Begleitlehrer das Zentrum für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit.

(sön) Im Wittelsbachersaal löcherten die Jungen Leute am Mittwoch die Expertin mit Fragen zum Umweltschutz. Die Amberger Gymnasiasten und die Gastschüler aus vier weiteren europäischen Ländern beteiligen sich am Projekt "Eurotopia - Wir planen die ideale Stadt der Zukunft".

Auf Englisch gelöchert

Um diese zu konstruieren, wollten sie sich im ZEN über Themen wie umweltfreundlicher Hausbau und energieeffiziente Bauformen informieren. Die Bedenken von Katharina List wegen des Alters ihrer Zuhörer (13 bis 15 Jahre), ihrer unterschiedlichen Herkunftsländer, Sprachkenntnisse (gemeinsamer Nenner ist Englisch) sowie ihrer unterschiedlichen Vorkenntnisse verflog schnell, als die Besucher loslegten: "Do you think that renewable energies can change the world?" ("Glauben Sie, dass die erneuerbaren Energien die Welt verändern können?"). Darauf antwortete die Fachfrau mit Überzeugung: "Ja, erneuerbare Energien verändern unsere Welt. Nicht nur bezüglich der Umwelt und der Atmosphäre, sondern auch bezüglich der Gesellschaftsstruktur, der Wirtschaft und der Politik".

Natur nicht schädigen

Natürlich wurde Katharina List auch zu ihrem Berufsalltag befragt, oder dazu, ob in Ensdorf Solaranlagen stehen. Marilena Carpi de Resmini aus Italien wollte wissen, was man tun kann, um grüne Energie zu produzieren, ohne die Natur zu schädigen. Ihr erklärte List: "Die erneuerbaren Energien dürfen die Natur nicht schädigen, denn wir setzen sie ja ein, um der Umwelt etwas Gutes zu tun, und nicht, um sie zu schädigen. Deshalb werden Anlagen, bevor sie gebaut werden, streng auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft."

Viele weitete Fragen hatten die jungen Leute auf Lager - weshalb Katharina List abschließend begeistert zusammenfasste: "Ich spürte die Motivation und Begeisterungsfähigkeit der jungen Menschen - sie sprudelten richtig über vor außergewöhnlichen Ideen."

Elektronische Zeitschrift

Begleitlehrer Johannes Handbaum vom GMG berichtete, dass die ausländischen Schüler in dieser Woche bei am Projekt beteiligten deutschen Partnern untergebracht sind. Gemeinsam arbeiten Gastgeber und Gastschüler an einer elektronischen Zeitschrift für das Internet. Dazu erstellten sie auch Video-Interviews. Im Mittelpunkt stand die Frage: "Was tun wir an unseren Schulen konkret für die Umwelt?".

Die jungen Menschen ließen sich nach einer Tour auf dem ZEN-Energiefahrrad von Haustechniker Franz Bleicher die Kloster-Hackschnitzelheizung erläutern. Dabei erfuhren sie: "Seit 2004 in Betrieb, trug sie bis heute zur Einsparung von 1,5 Millionen Litern Heizöl bei." ZEN-Geschäftsführer Gerhard Kopf ist überzeugt davon, "dass der Besuch der Schüler dazu beitragen wird, die Bedeutung und Arbeit des ZEN europaweit bekannt zu machen".
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