Junge Ideen fürs Alter

Eine Herausforderung, der sich Nürnberger Architektur-Studenten im Wintersemester stellen: Sie sollen das Anwesen Wein in einem fiktiven Projekt zu einem Wandererhaus machen. Bilder: tra (2)
Lokales
Ensdorf
27.10.2015
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Ideen zum Thema "Ortsentwicklung und Bauen im Bestand" hörten der Gemeinderat und zahlreiche Ensdorfer Bürger: Professorin Nadja Letzel von der TH Nürnberg und ihre Studenten haben sich Gedanken über das künftige Leben im Ort gemacht.

Im Wittelsbacher Saal betonte Nadja Letzel, dass die Aufgaben des Ensdorf-Projekts die Bereiche Umnutzungen, Ergänzungen, Revitalisierung und infrastrukturellen Verbesserungen sowie Neubau/Rückbau und energetische Ertüchtigung seien: Am Ende stehe zeitgemäßes Bauen im Bestand. Zunächst einmal geht es nach den Worten der Expertin um Denken in Varianten und eine Visualisierung von Möglichkeiten. Die TH Nürnberg biete der Gemeinde Konzepte als Diskussionsgrundlage für die Fortschreibung und Ergänzung der Sanierungsziele und weiteren Planungsschritte. Schwerpunkt der Arbeiten der Studenten sei das Wohnen im Alter.

Fünf Teams hatten im Vorfeld Arbeiten zu verschiedenen Themen angefertigt. Gruppe eins schlug für das Wohnen in jedem Alter vor, die bestehende Besiedlung zu verdichten. Da die Parzellen insbesondere in den älteren Baugebieten sehr groß seien, wäre im eigenen Garten Platz für kleine, kostengünstige Austragshäusln. Eine weitere Möglichkeit wäre, solche großen und sehr großen Flächen aufzuteilen und so das Wohngebiet zu verdichten.

Mit dem dörflichen Zusammenhalt hatte sich die zweite Gruppe befasst. Sie schlug vor, entlang der Hauptstraße, zwischen Kindergarten und Seniorenheim, MehrgenerationenWohnhäuser und ein Austragshäusl als Geschichten- und Theaterdomizil sowie begrünte Flächen für Treffen von Jung und Alt zu schaffen. Gruppe drei hat Ideen zu "Leben, Wohnen, Verweilen entwickelt. Etwa die, das Kloster durch Umbauten der nördlichen Gebäude zum Wirtschaftsfaktor der Gemeinde zu machen. Auch Gruppe vier beschäftigte sich mit dem Kloster - unter dem Aspekt: geborgen im Alter. Dazu schlugen die Studenten vor, das Richterhaus für die Tagespflege zu revitalisieren und im hinteren Klosterhof Platz für eine Einrichtung für Demenzkranke zu schaffen.

Häuser am See/Zwischen Dorf und Natur hatte die Gruppe fünf als Schwerpunkt ausgesucht. Ihre Vision: Rund um den geplanten Edeka-Markt könnte eine Hauptstraße als Treffpunkt von Jung und Alt mit Küche und Gemeinschaftshaus entstehen. Außerdem könnten in umschlossenen Höfen Wohnungen für ältere Menschen, ein Jugendzentrum, ein Café und ein größerer Versammlungsraum gebaut werden.

In der öffentlichen Diskussion brachten dann auch Ensdorfer Anregungen ein. Dazu gehörte die Bitte, den Bereich Essen und Trinken, die Situation an der Hauptstraße, Außenräume wie Gärten und Parkplätze berücksichtigen. Bürgermeister Markus Dollacker erklärte, dass es in Ensdorf kaum Mietwohnungen und keine Bauplätze mehr gebe. Man müsse überlegen, ob ein neues Baugebiet ausgewiesen werden sollte. Martina Dietrich, Lehrbeauftragte der TH Nürnberg, gab zu bedenken, dass künftiges Wohnen anders aussehen werde als bisher. (Blickpunkt)
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