Oberpfälzer Herbsttreffen im Kloster Ensdorf vereint 56 Musiker, Sänger und Tänzer
Hier lebt die Volksmusik

Auch "Jessas, is im Wirtshaus schoi" spielten uns sangen die Bläser um Alwin Heim.
Lokales
Ensdorf
15.11.2015
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(sön) Musik, Singen, Lachen und gar kräftiges Stampfen klangen am Wochenende aus dem Bildungshaus des Klosters Ensdorf: Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege hatte zu seinem 30. Oberpfälzer Herbsttreffen eingeladen. Erfahrungen sammeln, Neues sehen, hören und lernen "sollen unsere 56 Teilnehmer, die das ganze Jahr draußen werkeln", erläuterte Franz Schötz von der Außenstelle Ostbayern des Bayerischen Landesverein für Heimatpflege mit Sitz in Mitterfels bei Straubing. Sie sollten auch einfach einmal "unter sich sein und auftanken".

Gelegenheit dazu bietet seit 1986 diese dreitägige Veranstaltung für Sänger, Tänzer und Musikanten, an jährlich wechselnden Orten und heuer zum fünften Mal im Bildungshaus des Klosters Ensdorf. Musizieren, Singen und Tanzen würden dabei gleichgewichtig behandelt, die Interessen der Teilnehmer beachtet, unterstrich Schötz. Die Instrumentalisten, eingeteilt in kleine Gruppen, präsentierten das, was sie tagsüber einübten, als Tanzmusik am Abend beim gemeinsamen Beisammensein. Wichtig sei vor allem, beim Musizieren Mehrstimmigkeit aufzubauen und die Regeln und Gesetzmäßigkeiten der Begleitung zu erlernen.

Bilder von Hubert Söllner


Im Vorgriff auf die Bayerische Landesausstellung 2016 "Bier in Bayern" widmete sich das Seminar inhaltlich diesem Thema und dem Wirtshaus. So konnte man dann auch den Canon "Bier muss kühl sein, sonst schmeckt es nicht" hören. Dazu spielten die Musikanten auf Tuba, Klarinette und mit der Ziach auf. Musik schallte es aus vielen Räumen: Zuständig für Stubenmusik war Rita Butz, für Streichmusik Anna Barbara Wagner und für Volkstanzmusik Willi Bauer. Mit den Bläsern spielte und sang Alwin Heim, aus dem Theatersaal hörte man unter Leitung von Saskia Krügelstein die Sänger "So a Gauner hod a Leb'n" schmettern, während stellvertretender Bezirksheimatpfleger Johann Wax Saitenmusik, Zwiefache, aber auch Lieder und Tänze aus dem Egerland einübte.

Siebenschritt, Sternpolka, Oberpfälzer Landl-Dreher und Massianer (aus Hemau), aber auch Zwiefache wie den Schelln-Neuner und die Schelln-Sau übte Bernhard Lauerer mit den Tänzern ein. Jeder Teilnehmer erhielt zur Vertiefung zu Hause ein Lehrgangsheft. Für Schötz war aber die aktive Mitarbeit beim Treffen vorrangig - "denn was man im Schädel drin hat, das hat man drin". Ein Anliegen sei es ihm, praktisches Tun ohne Zeigefinger zu vermitteln, "denn Freude und Spaß müssen der Zugang sein". Beim Gottesdienst mit Pater Clemens Möhrmann sang Schötz das "Bewahre mich, mein Herr und Gott", ein Lied der vor 200 Jahren in den rumänischen Banat ausgewanderten Böhmerwäldler.
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