Pater Christian Liebenstein führt Besuchergruppe aus Amberg durch das Kloster
Idee Don Boscos lebt weiter

Bei der Führung ging Pater Christian Liebermann auch auf ein Gemälde ein, das Don Bosco als Puppenspieler darstellt. Der Klosterdirektor erzählte den Besuchern vom Leben und Wirken des Ordensgründers. "Ich zeige das alles gerne, denn ich finde das Ordensleben eine spannende Lebensform", sagte er zu den ehrenamtlichen Betreuern der Justizvollzugsanstalt Amberg. Bild: sön
Lokales
Ensdorf
22.06.2015
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(sön) Die Lebensweise der Ordensgemeinschaft der Benediktiner, die 1121 das Kloster Ensdorf gründeten, sei ein Beispiel der Nachhaltigkeit. Dies betonte Pater Christian Liebenstein, als er ehrenamtlichen Betreuern der Justizvollzugsanstalt Amberg bei einer Führung die Geschichte des Klosters erzählte, aber auch auf das Wirken des Salesianer Don Boscos einging. Diese hatten das Kloster 1921 übernommen.

Die Nöte junger Menschen

1802 war es im Zuge der Säkularisierung aufgelöst worden, informierte der Klosterdirektor. Immobilien und Gründe seien in den Besitz des Staates übergegangen, die Abteikirche sei zur Pfarrkirche geworden. Liebenstein schilderte, wie die Salesianer Don Boscos die Anlage übernahmen und darin ihr Noviziat einrichteten. Johannes Bosco wurde nach Angaben des Klosterdirektors 1815 im italienischen Becchi geboren. Nach einer entbehrungsreichen Kindheit und Jugend wurde er 1841 in Turin zum Priester geweiht.

In dieser Zeit habe er die Wünsche und Nöte junger Menschen kennengelernt und sich zu einer Antwort herausgefordert gefühlt. Don Bosco habe Zentren für Jugendliche eingerichtet, in denen diese eine Ausbildung erhielten. Die von ihm gegründete "Gesellschaft des heiligen Franz von Sales" (heute Salesianer Don Boscos genannt), sei mit 15 000 Mitgliedern der zweitgrößte Orden der Welt und in 30 Ländern vertreten. Don Bosco starb 1888, "doch seine Idee lebt weiter". In Deutschland seien rund 300 Ordensangehörige in 30 Niederlassungen tätig. Liebenmann zeigte die Klosterkapelle und erzählte, dass 1940 der gesamte Dachstuhl des Klosters abgebrannt war. "Aber die Solidarität war so groß, dass man noch während des Krieges mit dem Wiederaufbau beginnen konnte."

Asamkirche wird renoviert

Von 1959 bis 1996 gab es im Kloster die Unterstufe eines humanistischen Gymnasiums mit Internat. Heute beherbergt die Einrichtung ein Bildungshaus, eine Umweltstation und eine Umwelt-Musik-Werkstatt. Liebenstein bedauerte, dass er die Asamkirche nicht zeigen könne. "Wegen Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten wird zurzeit ihr Innenraum eingerüstet." Zum 300. Weihejubiläum in zwei Jahren soll das Gotteshaus im neuen Glanz erstrahlen.
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