Pfadfinder warten mit der Aufführung "Der Hunderter im Westentaschl" auf - Noch weitere ...
Humor, Schulden und der Rausch inklusive

Lokales
Ensdorf
22.04.2015
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(sön) Dem Flickschneider Sebastian Gaißreiter steht das Wasser bis zum Hals. Er ist total verschuldet. Sein Gläubiger, der Großbauer Gössenberger will Gaißreiters Haus zwangsversteigern lassen... . Darum dreht sich der ländliche Schwank "Der Hunderter im Westentaschl" mit dem die Spielgruppe der Ensdorfer Pfadfinder unter der Regie von Herbert Scharl bei der Premiere wieder einen Angriff auf die Lachmuskeln des Publikums startete.

Das Häuserl retten

Sie treffen punktgenau: Da gibt es zwar Not und Hunger, Reichtum und Großmannssucht aber auch viel Liebe, Humor und Spaß an der Freud'. Natürlich darf der Gang auf ein Seidel Bier zum Dietz nicht fehlen - anschließender Rausch inklusive. Den hatte natürlich Schneidermeister Gaißreiter, gespielt von Jochen Lehr, der mit einer Fundsache, "dem Hunderter", sein Häuserl retten könnte. Die Angst vor noch größerer Not, das schlechte Gewissen aber auch die Furcht vor der Polizei - gepaart mit einem kräftigen Schuss Humor - stellt er realistisch dar.

Fleisch auf Pump

Überzeugend auch Agnes Graf in der Rolle von Gaißreiters Frau Barbara. Ihre Angst vor der Zukunft, die Not, das Leid und den Jammer aber auch die Freude um eine "Stück Fleisch auf Pump" - man fühlt mit ihr. In einer Paraderolle geht Christoph Rester auf: immer hilfsbereit, gut aufgelegt und lustig aber auch immer hungrig als Lehrbub Girgl, dem alles - "wenn's nur net aloa a Malzkaffee is" - eine Leibspeise ist.

Breitbeinig Platz beanspruchend, großspurig und Schmalzler schnupfend, so spielt Jörn Seifert den Großbauern Xaver Gössenberger. Er lebt nach dem Motto "Geld regiert die Welt", will den Schneider um sein Haus und seinen Sohn Andreas (Tobias Rester) bei einer geldigen Braut unter die Haube bringen. Der aber ist in Evi (Theresa Hofmann), die Tochter des Flickschneiders und Angestellte bei der Post, verliebt. Er wird, zu Vaters Verdruss, durch täglichen Kauf bei seiner Evi zum Briefmarkensammler - will von ihr nicht lassen.

Hunderter in der Weste

Als Holzknecht Paulus Faulhaber kommt dann noch der aus vielen Theateraufführungen bekannte Werner Scharl auf die Bühne. Seinen vom Vetter aus Langenwies geerbten Anzug sollen Schneider und Lehrbub passend machen, sprich wesentlich enger. In der Anzugsweste findet der Paulus dann auch einen Hunderter. Angeberisch, polternd und listig, eine richtige Rolle halt für Scharl.

Zum Tanz

In einem kurzen Auftritt ist Spielleiter Herbert Scharl als Arbeiter dabei, trägt mit fünf bis sechs Sätzen zur Lösung aller Probleme bei, die auch dem Girgl die Möglichkeit geben, sich auf Essen und Trinken zu freuen und zum Tanz aufzuspielen.

Es gibt noch weitere Aufführungen im Theatersaal im Haus der Begegnung: Am Freitag/Samstag, 24./ 25. April, jeweils um 19 Uhr, und am Sonntag, 26. April (Konzertbestuhlung), um 14 Uhr. Einlass ist jeweils eine Stunde vor Beginn. Eintrittspreise: Erwachsene sechs und Jugendliche bis 16 Jahre vier Euro. Kartenreservierung täglich ab 16 Uhr bei Herbert Scharl (0151/40 03 23 45).
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