"Über's Ziel hinausgeschossen"

Vorstandssitzung der CSU mit (von links) Bezirkschef Albert Füracker, Kreisvorsitzendem Dr. Harald Schwartz und seinen beiden Stellvertretern Klaus Hafner und Dr. Patrick Fröhlich. Bild: eys
Lokales
Ensdorf
24.09.2015
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Die Flüchtlingskrise ist längst im Landkreis angekommen - auch der Kreisvorstand der CSU beschäftigt sich mit dem Thema. Bei der jüngsten Sitzung in Ensdorf gab es dabei Kritik an der Bundeskanzlerin.

In der Bevölkerung sei große Hilfsbereitschaft zu spüren, aber auch Sorge, heißt es in einer Pressemitteilung zum Treffen der Vorstandsmitglieder. "Die Menschen sagen zurecht, wir dürfen hier nicht wegsehen und müssen mitanpacken. Andererseits haben die Bürger auch Sorge vor großen Veränderungen", erklärte demnach stellvertretender Kreisvorsitzender Dr. Patrick Fröhlich. "Wenn der Flüchtlingsstrom und der Familiennachzug so anhalten, hätten wir binnen weniger als acht Jahren einen Flüchtlingsanteil von mehr als zehn Prozent an der Gesamtbevölkerung. Dies würde alle Strukturen unseres Landes verändern und meines Erachtens nach die Grenzen unserer Integrationsfähigkeit sprengen."

Auch eine Frage des Geldes

Diese Sorge der Menschen müsse ernst genommen werden. "Daher erschreckt es mich auch, wenn die Bundeskanzlerin die demokratische Meinung gegen dauerhaften und unkontrollierten Zuzug derart scharf verurteilt. Hier ist sie meines Erachtens nach weit über das Ziel hinausgeschossen", sagte Fröhlich. "Die Bevölkerung erwartet von uns als politisch Verantwortliche nicht nur bequeme Reden und Einsatz, sondern vor allem auch Lösungen", betonte Kreisvorsitzender Dr. Harald Schwartz. "Wir müssen Menschen, die vor Krieg und Elend fliehen, helfen und verurteilen daher braune Umtriebe aufs Schärfste. Andererseits dürfen wir aber auch die Aufnahmefähigkeit unseres Landes nicht überspannen."

Bezirksvorsitzender Albert Füracker pflichtete Schwartz bei. "Den derzeitigen Ausnahmezustand können wir nicht unbegrenzt aufrechterhalten. Daher brauchen wir ein Maßnahmenpaket, das eine strukturierte und gute Versorgung und Integration der Flüchtlinge ermöglicht. Dass die Hilfe für Flüchtlinge auch den Haushalt des Freistaats vor große Herausforderungen stellen wird, unterstrichen Schwartz und Füracker der Presse-Info zufolge gemeinsam. "Aufgrund der ständig steigenden Flüchtlingszahlen werden die bisher eingestellten Summen nicht ausreichen. Wenn wir weiter keine neuen Schulden machen wollen, müssen wir manche Investitionen nach hinten schieben."

Vor der politischen Diskussion war noch die Vervollständigung der Kreisvorstandschaft auf dem Programm gestanden. Da Stephan Meyer aus familiären Gründen als stellvertretender Kreisgeschäftsführer nicht mehr zur Verfügung steht, wurde als seine Nachfolgerin Edeltraud Fischer-Graf bestellt, die hauptberuflich als Heilpraktikerin für Psychotherapie arbeitet.

Neuerungen für Mitglieder

Darüber hinaus stellte Bezirksgeschäftsführerin Sabina Bläser Neuerungen für die Mitglieder vor. "Wir haben den Informationsfluss an unsere Mitglieder noch weiter verbessert. So werden wir künftig unter anderem einen regelmäßigen Newsletter einrichten, den Bayernkurier auch über das Internet zur Verfügung stellen sowie immer aktuelle regionale Nachrichten bereithalten."
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