Unzufriedenheit mit Auflagen des Denkmalschutzes, aber auch Lob für die Behörde bei Besuch von ...
"Dann bleibt es halt so, wie es ist"

Die Probleme, die auf die Sanierung des Stephansturms folgten, zeigte SPD-Ortsvorsitzender Hans Ram (links) den Abgeordneten Reinhold Strobl, Inge Aures und Helga Schmitt-Bussinger auf. Bild: sön
Lokales
Ensdorf
22.07.2015
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(sön) "Staat, Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechts haben die Aufgabe, die Denkmäler der Kunst, der Geschichte und die Natur sowie die Landschaft zu schützen und zu pflegen." So steht es in der Bayerischen Verfassung, und unter dieser Prämisse besuchten drei Mitglieder des Arbeitskreises Denkmalschutz und Heimatpflege der SPD-Landtagsfraktion auf ihrer ersten Bayern-Tour den Landkreis.

Bei brütender Hitze trafen Inge Aures, Helga Schmitt-Bussinger und Reinhold Strobl in Ensdorf ein. Eine mit Leben erfüllte Ortskerngestaltung sei dem SPD-Ortsverein ein Anliegen, erläuterte ihnen dessen Vorsitzender Hans Ram. Er verwies auf 14 leerstehende Häuser in Ensdorf. Herbert Scharl schimpfte: Keine Beratung, nur Auflagen unter dem Motto "das ist zu erfüllen" habe er vom Amt für ländliche Entwicklung erfahren, als er Interesse hatte, das leerstehende Kammerl-Anwesen zu erwerben und umzubauen. Sein Fazit: "Dann bleibt es halt so, wie es ist."

Auf Bürgerwunsch achten

Helga Schmitt-Bussinger erachtete es als wichtig, dass Bürger, die alte Häuser in den Ortskernen besitzen oder kaufen, diese ihren Wünschen gemäß sanieren und umbauen können. Dazu gehöre Beratung und Begleitung bei den Nutzungsinteressen. Strobl dazu: Wie auch in Hohenburg mit vielen denkmal- oder ensemblegeschützten Bauten sei es für die Ortskernsanierung oft notwendig, ein Gesamtkonzept zu entwickeln.

Bei einem Abstecher in den alten Friedhof stellte Hans Ram den Stephansturm vor und verwies auf die Sanierung mit der Ablehnung von Dachrinnen, "die dann nachträglich mit hohem Kostenaufwand installiert werden mussten".

"Das Landesamt für Denkmalpflege hat einen schlechten Ruf, ich habe jedoch nur die besten Erfahrungen gemacht", erfuhren die Abgeordneten von Dr. Konrad Lautenschlager. Das ehemalige Klosterrichter-Anwesen sei seit 1933 in Familienbesitz und als Bauernhof mit Metzgerei und Gastwirtschaft betrieben worden. 1989 hab er, der vorher an der Universität München als Wissenschaftler angestellt war, den Betrieb übernommen und führe ihn als Vollerwerbslandwirt. Viel Eigenleistung habe er neben der Holzlieferung für die Dachbalken des Anwesens - "ein Millionengrab" - eingebracht, als von 2007 bis 2012 mit dem Landesamt für Denkmalpflege das Dach saniert wurde. Die Außenfassade zu renovieren, sehe er noch als ein großes Problem, "denn das Straßenniveau lag früher wesentlich tiefer".

Voll eingerüstet ist die barocke Pfarrkirche St. Jakobus, die Pfarrer Pater Hermann Sturm vorstellte. Die Bodenrenovierung sei abgeschlossen, betonte Sturm. Er erläuterte: "Es ist noch das ursprüngliche und nur selten zu findende Pflaster aus Kelheimer Platten aus der Zeit des Kirchenbaus um 1715, über das Asam und seine Zeitgenossen liefen."

Keine Nachforderungen

Die Leerrohre für die Leitungen zu den Heizelementen unter den Sitzbänken seien verlegt, die Arbeiten an den Fenstern abgeschlossen. Nun müssten noch die Gerüste mit lichtdurchlässigen Folien abgedeckt werden, "dann können die Kirchenmaler an den Werktagen arbeiten und wir in einigen Monaten wieder am Sonntag Gottesdienste feiern". Die Gesamtkosten für die Innenrenovierung seien auf 3,1 Millionen Euro veranschlagt. 870 000 Euro davon sind schon ausgegeben. Für die Ermittlung der Kosten sei eine genaue Planung notwendig gewesen, sagte Sturm, "denn Nachforderungen sind nicht möglich".
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