910000 Euro für Ensdorf
Schelles Netz in zwei Etappen

Am Ende der Teerstraße zur Schön soll der neue Antennenmast errichtet werden. Bild: tra
Politik
Ensdorf
24.02.2016
62
0

Bis zu 910 000 Euro Förderung könnte Ensdorf vom Freistaat für den Anschluss ans schnelle Internet bekommen: Die Gemeinde strebt deshalb einen möglichst umfassenden Breitbandausbau an.

Dieses Thema stand im Mittelpunkt der jüngsten Gemeindesratssitzung. Die Bayerische Staatsregierung hat das Ziel, bis 2018 eine deutliche Verbesserung der Breitbandversorgung mit "schnellem Internet" zu erreichen. Deshalb stellt sie Ensdorf Fördermittel von bis zu 910 000 Euro zur Verfügung.

Zwei Erschließungsgebiete


Diplom-Ingenieur Andreas Meder vom beauftragten Büro IK-T Mannsdörfer und Hecht aus Regensburg erläuterte, wo die Gemeinde im Verfahren steht und zeigte die nächsten Schritte auf. Die Markterkundung ergab, dass nur Teile von Ensdorf und Wolfsbach über sogenannte NGA-Netze (ausreichende Netzkapazität von 30 MBit pro Sekunde im Download) verfügen. Alle anderen Gemeindebereiche liegen darunter und kommen damit in die Förderung.

Die Erschließungsgebiete werden in zwei Losen ausgeschrieben. Zu Los 1 gehören Ensdorf Süd, Thanheim, Seulohe, Uschlberg, Götzenöd, Wolfsbach, Hofstetten und Hischwald. Für diese Areale ist ein FTTC-Ausbau mit 50 MBit/s für einen Teil und mindestens 30 MBit/s für alle geplant. Dabei wird ein Glasfaserkabel bis zu einem Kabelverzweiger mit Outdoor-DSLAM verlegt, von dem aus die einzelnen Kunden versorgt werden.

Los 2 besteht aus Dornberg, Ruiding, Schwabenhof, Rannahof und Langenwies. Da hier nur wenige Nutzer auf einen Verteiler kommen, ist in diesem Fall ein kostenintensiver FTTB-Ausbau wirtschaftlicher. Der sieht eine Übertragungsrate von mindestens 100 Mbit/s vor, was mit einer Verlegung des Glasfaserkabels bis ins Gebäude erreicht wird.

Glasfaser bis ins Haus


Eine längere Diskussion löste im Gemeinderat die Frage aus, ob das Glasfaserkabel in Los 2 nur bis zur Grundstücksgrenze oder bis ins Haus verlegt werden soll. Bei drei Gegenstimmen votierten die Räte schließlich für Variante zwei.

Beschlossene SacheNach Auskunft von Andreas Meder werden die Investitionskosten für beide Ausbau-Lose ins Ensdorf auf etwa 1,5 Millionen Euro geschätzt. Die Wirtschaftlichkeitslücke liege dann bei etwa 1,275 Millionen: Diese müsste die Gemeinde aufwenden. Zieht man davon die 910 000 Euro Förderung ab, blieben 365 000 Euro Eigenbeteiligung.

Würde man sich nur für Los 1 entscheiden, beträgt die Wirtschaftlichkeitslücke etwa eine Million Euro. Die Förderung (90 Prozent) wären in diesem Fall 900 000 Euro, etwa 100 000 Euro verblieben der Gemeinde. Für Los 2 wird die Lücke auf etwa 300 000 Euro geschätzt, der Eigenanteil der Gemeinde wären dann etwa 30 000 Euro. Bei einer Gegenstimme stimmte der Rat der Breitbanderschließung in der vorgestellten Form zu. In der Ausschreibung behält sich Ensdorf eine Aufhebung des Verfahrens vor, falls die Wirtschaftlichkeitslücke aller eingegangenen Angebote festgelegte Beträge übersteigt.

Da Auswahlverfahren, Angebot-Aufforderung und -bewertung, die Förderanträge und Zuwendungsbescheide Zeit in Anspruch nehmen, dürfte es noch mindestens neun Monate dauern, ehe der Ausbau (Deuer: ein bis eineinhalb Jahre) beginnen kann. (tra)
Weitere Beiträge zu den Themen: Breitbandausbau (125)Gemeinderat Ensdorf (11)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.