Gemeinderat informiert sich über Kirchensanierung
Damit Asam erhalten bleibt

In Kürze beginnt die Restaurierung der Deckenfresken von Cosmas Damian Asam. Bilder: tra (2)
Politik
Ensdorf
19.05.2016
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Architektin Carola Setz (Dritte von rechts) und Pfarrer Hermann Sturm (Vierter von links) informierten die Gemeinderäte in der eingerüsteten Pfarrkirche über den Stand der Arbeiten.

Seit einigen Wochen laufen die Restaurierung und Konservierung der Altäre: Über die Arbeiten in der Pfarrkirche St. Jakobus informierte sich der Gemeinderat im Vorfeld seiner jüngsten Sitzung.

Architektin Carola Setz und Pfarrer Hermann Sturm erläuterten die bisherigen und noch geplanten Arbeiten. Setz erinnerte daran, dass Weihnachten 2015 ein großer Wunsch des Pfarrers in Erfüllung ging: Die Kirche konnte wieder für Gottesdienste genutzt werden.

Um dies zu ermöglichen, musste im ersten Halbjahr 2015 die Restaurierung des Bodens in der Kirche abgeschlossen werden. Ende Mai war es so weit: Mit Hilfe von Mitgliedern der Kirchengemeinde und der Schreinerei Fischer aus Ensdorf wurden Boden und Gestühl abgedeckt; der Gerüstaufbau konnte beginnen.

Die Kirche in der Kirche


Zum Schutz des frisch sanierten, historischen Belags im Kirchenschiff - bestehend aus Originalplatten, auf denen bereits Cosmas Damian Asam gegangen ist - wurde während der Gerüststellung eine anspruchsvolle Unterkonstruktion aus Sandsäcken und Holzbohlen in den Seitengängen erstellt. So war es möglich, den Bereich der Bänke und des Mittelgangs für die Nutzung des Kirchenschiffs freizugeben. Nach Anbringen von weißen Gerüstnetzen an den Seiten und einer Trennwand hin zum Altarraum konnte die "Kirche in der Kirche" wieder in Betrieb gehen.

Aufwendiger Gerüstbau


Parallel zum aufwendigen Gerüstaufbau (alle benötigten Teile mussten händisch in die Kirche getragen werden) erfolgten die Elektroinstallationen und die Sanierung des Bodens der historischen Sakristei - einem echten Juwel, wie die Architektin betonte. Im Sommer 2015 begannen die Arbeiten der Kirchenmaler an den Decken- und Wandflächen und am Stuck.

Die Sanierung läuft in mehreren Schritten in einem sehr konservatorischen Vorgehen und nicht nach dem Motto "Wir sind noch besser als Asam" ab.

Zuerst werden die Flächen vorsichtig trocken und zum Teil auch feucht gereinigt. Dann müssen Schäden wie Risse und Hohlstellen beseitigt werden. Abschließend erfolgt die Kalk-Fassung der Oberflächen durch den Auftrag von Grundierung und mehreren Kalkanstrichen.

Wegen des milden Winters konnten die Arbeiten sowohl im Kirchenschiff als auch in der Sakristei und im Vorraum erledigt werden. Momentan werden nach intensiven Bemusterungen die roten Rücklagen der Deckenflächen neu gefasst. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden die Angebote für die Restaurierung von Altären, Gemälden und Figuren eingeholt. Seit einigen Wochen läuft nun die Restaurierung der Altäre nach gewohntem Muster: Reinigung, Beseitigung von Schäden und Konservierung, Retusche und abschließende Oberflächenbehandlung. Ab Ende des Monats kann mit der Restaurierung der äußerst wertvollen Asam-Deckenfresken im Langhaus und im Bereich der Hochaltar-Ebene begonnen werden.

GemeinderatBürgermeister Markus Dollacker informierte im Gemeinderat darüber, dass eine Verlegung der Bushaltestelle Dietz in die Planungen für die Kinderkrippe einfließen soll.

Für den barrierefreien Verbindungsgang zwischen Kindergarten und geplanter Krippe wurde im kommunalen Investitionsprogramm des Freistaats ein Zuschuss (102 900 Euro) bewilligt.

Herbert Scharl fragte nach, ob die Gemeinde sich mit einem Projekt für das Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum in Bayern beworben hat. Der Bürgermeister sagte, dass die Naturparkgemeinden ein Modellprojekt eingereicht hätten, aber nicht berücksichtigt worden seien. (tra)
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