Arbeitskreis der Öko-Modellregion in Ensdorf
Streuobstsaft aus dem Kloster

Bei einem Abendspaziergang begutachteten die Mitglieder des Arbeitskreises Streuobst der Öko-Modellregion die klostereigenen Bäume. Bilder: hfz (2)
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Ensdorf
14.06.2016
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Der kleine Abendspaziergang führte über die eigenen Streuobstwiesen des Klosters. Diese brauchen professionelle Pflege. Und da war der Arbeitskreis Streuobstwiese der Öko-Modellregion genau der richtige Ansprechpartner.

Die gut ausgebildeten und in der Obstbaumpflege erfahrenen Arbeitskreis-Mitglieder begutachteten die Bäume, analysierten die Probleme und berieten gemeinsam über mögliche erste Schritte. Roland Heldrich, Biostreuobstbauer aus Frechetsfeld, erklärte, wie wichtig es sei, vor der Neuanlage von Streuobstwiesen die Eignung des Standortes zu prüfen. Auch über die mögliche Wiesenpflege sollte vorher nachgedacht werden. Soll sie beispielsweise beweidet werden, müssten spezielle Vorkehrungen getroffen werden.

Baumwart Anton Hollweck und Robert Reiner wollen sich künftig gemeinsam um die Pflege und Entwicklung des Kloster-Streuobstes kümmern. Die Einrichtung in Ensdorf hat eine eigene Saftpresse, so dass die Ernte verarbeitet werden könne. Gerade alte Hochstamm-Obstbäume sind nach Angaben des Arbeitskreises Streuobstwiese besonders wertvoll: Sie brächten hohe Erträge und dienten vielen Tieren als Lebensraum. Langlebigkeit und regelmäßige Erträge erreiche man mit guter Pflege. Insbesondere die älteren Bäume sollten begutachtet werden. Werden diese länger nicht gepflegt, bestehe die Gefahr, dass sie sich bereits im Sommer an der Last der Früchte übertragen und große Äste herausbrechen. Schon der nächste Gewittersturm könne den Baum brechen. Vorbeugen lasse sich mit einem Entlastungsschnitt zur rechten Zeit. Auf keinen Fall sollten Bäume gekappt werden, rät der Arbeitskreis. Das einfache Kappen dicker Leitäste schwäche die Bäume und verkürze ihre Lebenserwartung erheblich.

Wer neue Streuobstwiesen anlegen möchte, könnte bald mit der Planung beginnen. Das Pflanzgut jedoch bestellt man am besten Anfang September. Die optimale Pflanzzeit ist im November. Der AK Streuobst erstellt gerade eine Sorten-Empfehlungsliste für den Landschaftsobstbau in der Region.

Das Gremium ist nach eigenen Angaben offen für alle Interessierten. Aktuell engagieren sich neben dem Landschaftspflegeverband, der Kreisfachberatung für Gartenbau und der AOVE einige Obst- und Gartenbauvereine, Biobauern, Stadtgärtner und professionelle Baumpfleger. Mit den Kommunen will die Gruppe die Streuobstkultur weiterentwickeln. Gesucht würden auch Wirte, die ihren Gästen Streuobstsaft aus unserer Region anbieten möchten. "Der Geschmack dieser Streuobstsäfte ist besonders. Und er ist charakteristischer Ausdruck der hiesigen Kulturlandschaft mit ihrer besonderen Vielfalt. Das schätzen nicht nur Touristen", so Barbara Ströll, Projektmanagerin der Öko-Modellregion.
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