Deutsch-Kurs für Flüchtlinge
Die Gastgeber überrascht

Die Ensdorfer Flüchtlinge aus dem Iran und Syrien sind nicht nur motivierte Deutsch-Schüler, sondern auch begeisterte Hobbyköche. Sie dankten mit einem Büfett mit Spezialitäten aus ihren Heimatländern für den VHS-Kurs im Kloster Ensdorf.
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Ensdorf
06.04.2016
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Eigentlich machten die Flüchtlinge ja einen Deutschkurs für Einsteiger im Kloster Ensdorf. Tatsächlich gelang manchem schon ein kleines Schwätzchen. Besonders überraschten die syrischen Teilnehmer aber auf einem ganz anderen Gebiet.

Amberg-Ensdorf. Seit Ende November lief dieser Deutsch-Kurs unter Regie der Volkshochschule (VHS) Amberg-Sulzbach: Über drei Monate lang durften die Verantwortlichen den Unterricht im Kloster Ensdorf abhalten. Dank der Bereitschaft seines Direktors, Pater Christian Liebenstein, war es möglich, die hervorragende Infrastruktur der Einrichtung zu nutzen. Den Kurs absolvierten vorwiegend Syrier. Da die meisten von ihnen in Ensdorf in einer Sammelunterkunft leben, ersparte ihnen das Entgegenkommen der Klosterleitung langwierige Busfahrten in die Volkshochschule nach Sulzbach-Rosenberg.

Sie kochen öfter


Deshalb war es für die Flüchtlinge selbstverständlich, zum Kursabschluss zu einer kleinen Abschiedsfeier nicht nur ihre Lehrerinnen Freya Zobel und Ulrike Zimmermann einzuladen, sondern auch Christian Liebenstein und die guten Geister seine Hauses, Sekretärin Brigitte Huber und Pater Clemens Mörmann.

Sie alle waren in den vergangenen Monaten angetan von der Freundlichkeit und Höflichkeit ihrer ausländischen Gäste, mit denen sie gerne - soweit es deren sprachliche Fähigkeiten erlaubten - auch mal ein kleines Schwätzchen hielten. Sehr überrascht waren jedoch alle Gäste von den kulinarischen Fähigkeiten der Migranten: Der Tisch war gefüllt mit Spezialitäten aus Syrien, Äthiopien, dem Irak und Iran. Die jungen Männer hatten sie in ihrer Unterkunft selbst zubereitet. Als Freya Zobel gestand, sie sei der Meinung gewesen, dass arabische Männer nicht kochen können, sondern lieber im Kaffeehaus säßen, während die Frauen zu Hause werkelten, wurde sie freundlich belächelt. "Wir sind doch lernfähig und haben uns die Rezepte von Mutter und Schwester besorgt", verriet der 20-jährige Noor. Und der Iraner Ali sowie der Syrer Zarzar entpuppten sich gar als Hobbyköche, die des öfteren für die anderen Heimbewohner ein heimatliches Festtagsessen zubereiten.

So schmeckt Integration


Die deutschen Gäste ließen es sich schmecken und genossen die Gastfreundschaft ihrer Schützlinge. Direktor Liebenstein lobte das gute Miteinander und gestattete deshalb auch, dass der Kurs auf freiwilliger Basis im Kloster weitergeführt werden kann: Darum hatte VHS-Leiter Manfred Lehner auf Zobels Vorschlag hin gebeten.

Damit können hier nun auch Flüchtlinge, die noch keine Möglichkeit zu einem weiterführenden Kurs haben, ihre Deutschkenntnisse ausbauen. Denn nur wenn sie mit dieser Sprache gut genug zurechtkommen, haben sie Chancen auf einen Ausbildungs- oder Praktikumsplatz.
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