Ensdorf will neues Wohn- und Sondergebiet ausweisen:
Schutz vor Hochwasser tut not

Vermischtes
Ensdorf
30.12.2015
76
0

möchte ein neues Wohn- und Sondergebiet ausweisen. Es liegt in einem Areal, das bei einem Jahrhunderthochwasser im Abflussbereich der Vils gewissen Gefährdungen ausgesetzt wäre. Zumindest, wenn nicht vorgesorgt wird, was die Gemeinde aber tut.

Das geplante Baugebiet wird zur Hochwasserfreilegung aufgefüllt, teilte Bürgermeister Markus Dollacker mit, um möglichen Sorgen künftiger Nutzer vorzubeugen. Das Grundstück befindet sich zwischen der Staatsstraße 2165 und der Kreisstraße südlich der Einmündung der AS 8 in die Staatstrasse.

Neue Rückhalteräume nötig


Zur Genehmigung des Baugebiets muss der Retentionsraumverlust laut Dollacker "gebietsnah durch Schaffung neuer Rückhalteräume ausgeglichen werden". Da es im Bereich der Vils keine Möglichkeit gebe, größere Rückhalteräume zu erstellen, erfolge der Ausgleich nahe des Schusterbachs.

Die Berechnung der Auffüllung im Baufeld und die der geplanten Ausgleichsmaßnahmen machen das Ingenieurbüro Seuss und das Wasserwirtschaftsamt Weiden. Für eine Rückhaltemaßnahme bot sich die Talsenke nordöstlich des Friedhofs, südöstlich der Kreisstraße AS 8 an, informierte der Bürgermeister. Um den Gottesacker vor den Auswirkungen eines Hochwassers zu schützen, habe der bereits als Prallwand erstellte Damm, der nicht den anerkannten Regeln der Technik entspreche, komplett neu geschaffen werden müssen.

Durch die Erhöhung des Damms im Mittel um 0,45 Meter und den Anschluss im Nordwesten an den bestehenden Straßendamm sowie im Südosten ans aufsteigende Gelände samt Abgrabung im Bereich des Rückhalteraums nördlich des Friedhofs erhöhe sich das Retentionsvolumen. Es ergibt sich laut Bürgermeister ein Gewinn von 8310 Kubikmetern.

Zudem werde im Fall des Falles Hochwasser über einen Notüberlauf im nordwestlichen Bereich des Dammes oberflächig, entlang der Friedhofsmauer über die AS 8 durch die Ortschaft zur Vils geleitet. Dadurch und durch die bestehende Verrohrung des Friedhofs komme es zu einem gedrosselten Ablauf des Wassers zur Vils. Außerdem werde der Friedhof vor den Fluten geschützt und durch das Dorfgebiet laufe weniger Wasser zum Fluss. Die Zeitverzögerung minimiere auch deutlich die Gefahr von Hochwasser.

227 000 Euro teuer


Im Zuge der Baumaßnahme werden im hinteren Bereich des Friedhofs ein neuer Weg, der die Hauptstrecken verbindet, sowie eine Entnahmestelle für Gießwasser geschaffen, zählte der Bürgermeister weitere Vorteile auf. Der Zugang von der Schwandorfer Straße wird nach seiner Auskunft mit einer Treppe und einer behindertengerechten Rampe ermöglicht. Die Bauausführung sei der Firma Helmut Seebauer betragen worden, die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 227 000 Euro.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.