Erstmals Seminar der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in Ensdorf
Sport trotz(t) Demenz

Praktische Übungen standen im Mittelpunkt des Seminars. Bild: sön
Vermischtes
Ensdorf
21.06.2016
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Im BlickpunktDurch entsprechende Angebote wie den Bewegungskurs können Demenz-Patienten weiter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Es werden aber auch Berührungsängste in der Öffentlichkeit abgebaut. Wissen und Verstehen vom Krankheitsbild, von Symptomatik und Erleben der Betroffenen, doch auch die Kommunikation als wichtiger Bestandteil der Arbeit mit demenziell Erkrankten waren Thema der Fortbildung. Bei den praktischen Übungen wurde deutlich, dass das Gedächtnis mit viel Freude geschult werden kann. Die Referenten Silke Grotkasten aus München und Gerd Miehling aus Nürnberg vermittelten anschaulich und variantenreich Bewegungsangebote, die auf die Fähigkeiten der Zielgruppe abgestimmt sind. Die angehenden Kursleiter konnten sie auch selbst ausprobieren. (sön)

Sie wollen dazu beitragen, dass Demenz-Patienten ihren Platz in der Gesellschaft behalten. Dazu haben 16 Interessenten jetzt den Lehrgang "Sport und Bewegung trotz(t) Demenz" in Ensdorf absolviert.

Ausgebucht war das Seminar, das die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Landesverband Bayern, in Kooperation mit dem BLSV im Wittelsbacher Saal angeboten hatte. Dieses bayernweite Modellprojekt fand erstmalig in der Oberpfalz statt. Thomas Gebele, Vorsitzender des BLSV-Sportkreises Amberg-Sulzbach, zeigte sich sehr erfreut darüber.

"In unserer Arbeit als Alzheimer-Gesellschaften erleben wir, dass Menschen zu Beginn der Erkrankung ihre bisherigen Aktivitäten in Vereinen, Gruppen und im öffentlichen Leben aufrechterhalten möchten. Wir wissen, dass manche Fähigkeiten wie etwa die Orientierung in fremder Umgebung oder das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt sein können", betonte Gerhard Wagner, Geschäftsführer der Alzheimer Gesellschaft. "Wir sehen aber auch, dass viele Kompetenzen, wie zum Beispiel die Beweglichkeit, sehr lange erhalten bleiben." Wegen Berührungsängsten zwischen Erkrankten und nicht Erkrankten komme es oft zu Ausgrenzung und Rückzug aus dem öffentlichen Leben, was häufig in sozialer Isolation ende.

Die zunehmende Zahl dementer Menschen zeige, wie wichtig es ist, dass die Gesellschaft darauf rechtzeitig reagiert. Ziel dieses Seminars sei es, Kursleiter auszubilden, die in Sport- und Bewegungsangeboten die noch vorhandenen Ressourcen erhalten und fördern.

Die 16 Teilnehmer sind Pflegekräfte und Übungsleiter aus Sportvereinen. Die unterschiedlichen Erfahrungen, die sie einbrachten, sorgten für einen regen Austausch. Einig waren sie sich alle darin, dass Einfühlungsvermögen, Akzeptanz und Respekt eine wichtige Grundlage für ihre zukünftige Tätigkeit sind und dass Bewegungsangebote dazu beitragen, dass Erkrankte ihren Platz in unserer Mitte behalten.
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