Friedrich Nitschmann organisiert Tag der Heimat für Sudetendeutsche
„Kinder dürfen nicht büßen“

In Oberbernstein traf sich die Ortsgruppe Amberg der Sudetendeutschen Landsmannschaft, um bei ihrem Vorsitzenden Friedrich Nitschmann (hinten, Dritter von rechts) den Tag der Heimat zu feiern. Bild: hfz
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Ensdorf
24.08.2016
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Am Tag der Heimat kommen bei den Sudetendeutschen Erinnerungen hoch. Für viele von ihnen war das Kriegsende nicht nur ein Grund zur Freude.

Amberg/Oberbernstein. Den Tag der Heimat veranstaltete Friedrich Nitschmann, der Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft (Ortsgruppe Amberg), wieder auf seiner Ranch in Oberbernstein. Er rief dabei die Ereignisse nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Erinnerung.

Für viele Sudetendeutsche sei das Kriegsende nicht nur ein Grund zur Freude, sondern auch der Beginn einer Leidenszeit gewesen, weil sie ein schwarzes "N" für "nemec" (Deutscher) tragen mussten. Dadurch seien sie praktisch rechtlos gewesen, sagte Nitschmann.

Für friedliches Miteinander


Die Genozid-Dekrete des ehemaligen tschechischen Präsidenten Edvard Benes seien bis heute nicht außer Kraft gesetzt. So habe das Amnestiegesetz noch Gültigkeit und schütze Täter vor Verfolgung, erläuterte er. "Die meisten damaligen Täter sind tot. Ihre Kinder dürfen für diese Untaten nicht büßen", unterstrich Nitschmann. Vor allem in den ersten Monaten nach Kriegsende seien Sudetendeutsche verfolgt worden. Etwa 250 000 Menschen habe man umgebracht, hielt der Vorsitzende fest.

Die westlichen Besatzungszonen hätten knapp zwei Millionen Sudetendeutsche aufgenommen, in Bayern seien etwa 900 000 angekommen: "Auch wir in der Sudetendeutschen Landsmannschaft werden uns weiterhin engagiert für ein friedliches Miteinander der Menschen einsetzen", betonte Nitschmann.

Kreisvorsitzender Hans Dittrich dankte ihm für seine 25-jährige Mitgliedschaft und seinen Einsatz in verschiedenen Funktionen bei der Landsmannschaft. Nitschmann lud die Mitglieder anlässlich seines 85. Geburtstages zum Essen ein. Die "Böhmischen Oberpfälzer" übernahmen den musikalischen Part.

Auf seiner Ranch hatte Friedrich Nitschmann 2008 einen Stein aufstellen lassen, damit die alte Heimat Sudetenland nicht in Vergessenheit gerät. Ein Jahr später kam ein weiterer Gedenkstein hinzu, in Erinnerung an Kuhländchen in Ostsudetenland. Beide sind Findlinge aus Nitschmanns Wald.
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