Gemeinderat Ensdorf macht sich ein Bild vom Fortgang der Renovierungsarbeiten in der Kirche St. ...
Ganz nah dran an Asam

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Ensdorf
07.10.2016
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Die Renovierungsarbeiten in der Pfarrkirche St. Jakob in Ensdorf sind weit fortgeschritten. Davon machte sich der Gemeinderat mit Bürgermeister Markus Dollacker und einigen interessierten Bürgern vor Ort ein Bild.

Die Arbeiten am Fußboden mit den 300 Jahre alten Platten sind abgeschlossen, ebenso die Malerarbeiten an der Raumschale sowie die Restaurierung der kleineren Assistenzbilder über den Seitenaltären. Derzeit werden die Altarbilder und die sechs Deckenfresken von Cosmas Damian Asam restauriert, die unter anderem die Enthauptung von Jakobus dem Älteren und den Kampf des Heiligen gegen die Ungläubigen in der Schlacht von Clavigo in Spanien zeigen.

Architektin Carola Seitz, Pfarrer Hermann Sturm sowie Mitglieder der Kirchenverwaltung führten die Gruppe auf das Gerüst direkt unter die bekannten Deckenmalereien. Die Restauratoren Petra Amann, die Wandmalerei und historische Architekturfarbigkeit in Potsdam studiert hat, und der Restaurator für Wandmalerei und Gemälde, Christian Stöckl, informierten im Detail über ihre Arbeit. Die vor 300 Jahren von Asam angefertigten Fresken werden insbesondere gereinigt. Nur wo es unbedingt nötig ist, erfolgen Retuschen, Ausbesserungen von Fehlstellungen wie die Beseitigung von Rissen oder das Auftragen von Pigmenten. Dabei gibt es immer ein großes Abwägen, wie viel man macht. Grundsätzlich hält man sich an die Philosophie: lieber weniger als zu viel. Schließlich soll es ja ein Asam-Bild bleiben.

Alle Arbeiten erfolgen anhand von Kartierungen und alles wird dokumentiert und archiviert, um späteren Restauratoren die Arbeit zu erleichtern. "Es sind interessante und spannende Tätigkeiten", so die Architektin, "und man erlebt immer wieder Überraschungen." Beispielsweise wurde am Bild am Hauptaltar, das von Johann Gebhard aus Prüfening stammt (1712) und Wallfahrer zeigt, die den Schrein des Apostelmärtyrers über dem Grab halten, ein vorher nicht zu sehender kleiner Hund entdeckt. Und auch die Schlange, die aus dem Kelch der Johannes-Figur am Hochaltar herausschaut und einige Zeit verschwunden war, wurde bei der Führung ausfindig gemacht. Den Abschluss der Renovierungen bildet das Herzstück der Fresken, das von Asam 1717 signierte Kuppelfresko, das diverse Heilige - darunter den heiligen Jakobus - wiedergibt, auf Wolken vor der Dreifaltigkeit.
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